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Wall Street: Schwacher Start nach Rekord-November

Nach einer verhaltenen Vorwoche und einem Rekord-November, in dem die beiden großen US-Indizes jeweils 14 Prozent zulegen konnten, deuten die Futures am Montagmorgen leicht ins Minus. Die Nasdaq gibt vorbörslich 16 Punkte, der breit gefächerte S&P 500 sieben Punkte ab.

Einen Anteil daran hat die erneut wenig positive Entwicklung der US-Ökonomie, die sich am Morgen vor allem an einer Zahl festmachen lässt. Den zweiten Monat in Folge ist das Einkommen der Amerikaner nicht gestiegen. Das gab es seit Jahren nicht mehr. Die Konsumentenausgaben sind um 2,9 Prozent gestiegen. Das ist zwar mehr als der Markt erwartet hatte, aber doch nur eine Reaktion auf den Rückgang im September.

Schlagzeilen machte am Wochenende erneut Enron. Der Energie-Konzern hat am Sonntag Gläubigerschutz beantragt und Klage gegen Dynegy eingereicht. Dynegy habe, so sie Lesart der Enron-Juristen, die neun Milliarden Dollar schwere Übernahme widerrechtlich abgeblasen und damit Vertragsbruch begangen. Enron klagt auf zehn Milliarden Dollar Schadenersatz. Experten bezweifeln, dass die Klage aussichtreich ist. Aktien von Enron verlieren am Morgen erneut, Dynegy gibt vorbörslich mehr als sechs Prozent ab.

Auf der Verliererseite steht Ford. Das Wall Street Journal rechnet damit, dass der zweitgrößte Auto-Konzern der Welt noch in dieser Woche eine Ertragswarnung aussprechen wird. Die Prognosen für das vierte Quartal dürften nicht eingehalten werden, Das Ergebnis werde unter dem Niveau des vorhergehenden Quartals liegen. Das Branchenblatt erwartet im vierten Quartal bei Ford einen Verlust von rund 35 Cents pro Aktie. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen liegen bei Minus 10 Cents pro Aktie. Ford verliert am Morgen drei Prozent. Mit einem Minus von 2,3 Prozent notiert DaimlerChrysler.

Größter Verlierer vor der Glocke ist der Handheld-Hersteller Palm, der mit zwanzig Prozent in den Miesen liegt. Weitere positive Kommentare über den Konkurrenten Handspring und dessen Mini-Computer-Handy Treo 180 lassen Palm und anderer Hardware-Entwickler zunehmend verblassen. Die Computer-Analysten vom Wall Street Journal hatten den Treo 180 erst in der vergangenen Woche gleichzeitig den "besten digitalen Organizer und das leistungsstärkste Handy auf dem Markt" genannt.

Auch zahlreiche andere Techwerte gehen wohl schwächer in die neue Woche. Allein der Biotech-Sektor verspricht weitere Gewinne. Für Acambis und Bioreliance, die beiden Unternehmen, die den Pockenimpfstoff für die US-Regierung im Rahmen der Seuchen-Prophylaxe herstellen, geht es weiter aufwärts. Nexell und CV Therapeutics stehen ebenfalls im Plus. CV Therapeutics wird nach erfolgreichen Tests seines Angina-Medikaments dia Marktzulassung durch die FDA beantragen, Nexell profitiert weiter von der Zuerkennung des "Orphan"-Status für ein Medikament gegen eine seltene Blutkrankheit.

Aufwind könnte am Montag auch die Chip-Industrie bekommen. Die Analysten von Morgan Stanley heben die Gewinnschätzungen von Intel für das vierte Quartal um zwei auf zehn Cents pro Aktie an. Das Kursziel wird auf 45 Dollar hochgesetzt. Gleichzeitig meldet der Industrieverband für die Chipindustrie Verkaufszahlen für Oktober. Eine leichte Erholung, die sich seit August abzeichne, halte weiter an. Allein, die Analysten von Goldman Sachs bezeichnen die Oktober-Daten als "enttäuschend". Dennoch raten sie Anlegern, bei einem Anlagehorizont von sechs bis zwölf Monaten in den Chipbereich zu investieren.

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