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Wall Street: Schwacher Wochenstart vor der Fed-Sitzung

Die US-Märkte werden am Montagmorgen wohl mit Verlusten eröffnen. Eine halbe Stunde vor der Glocke notiert der breit gefächerte S&P 500 mit sechs Punkten in der Verlustzone, die Nasdaq verliert vorbörslich zwölf Punkte.

Nach einem Rekord-November haben die beiden großen US-Indizes auch einen ansehnlichen Start in den Dezember hingelegt. In der vergangenen Woche hat der Dow Jones die 10.000 Punkte-Grenze übersprungen, die Nasdaq schaffte die 2000-Punkte-Hürde. Auch von den schwachen Arbeitsmarktzahlen ließen sich Investoren nicht irritieren.

Einen Tag vor der Dezembersitzung der Notenbank sind sie nun vorsichtig. "Die Fed-Sitzung könnte viele Anleger zu Gewinnmitnahmen reizen", meint Peter Canelo, Investment-Stratege von Morgan Stanley am Montagmorgen. Canelo rechnet, wie die meisten Marktbeobachter auf dem New Yorker Parkett, mit einer weiteren Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte. "Doch dies dürfte die letzte Zinssenkung der Notenbank sein."

Zu den meist gehandelten Aktien am New Yorker Morgen gehören die Papier von Hewlett-Packard und Compaq. Die Packard Stiftung, mit 10,4 Prozent größter Aktionär von Hewlett-Packard, stimmt gegen die Fusion mit Compaq Computer. Die Hewlett-Familie hatte sich bereits vor einem Monat gegen den Deal gestellt. Damit wird die Fusion sehr unwahrscheinlich. Aktien von Compaq verlieren vor der Glocke 11,7 Prozent, Papier von Hewlett-Packard gewinnen 4,8 Prozent. Aktionäre des Druckerherstellers hatten zuletzt Bedenken geäußert, die guten Gewinne des Unternehmens würden durch eine Fusion mit dem weniger profitablen Computerbauer verwässert.

Compaq-Konkurrent Gateway könnte zum Wochenauftakt zu den Gewinnern gehören. Der weltgrößte Online-Dienst AOL wird Gateway-Aktien im Wert von 200 Millionen Dollar kaufen. Damit wird eine zwei Jahre alte Vereinbarung umgesetzt. Die Aktie gewinnt zunächst vier Prozent.

JDS Uniphase sieht am Morgen rot. Der größte Hersteller von Glasfaserkomponenten rechnet weiterhin mit fallenden Verkaufszahlen. Demnach wird das Unternehmen im dritten Quartal ein Umsatzminus von 10 bis 15 Prozent hinnehmen müssen. Für das Ende des Monats auslaufende zweite Quartal bestätigt der Konzern die Prognosen. Die Aktie verliert bei hohem Volumen 6,5 Prozent.

Zwei Industriekonzerne, die zuletzt Schlagzeilen machten, stehen auf der Gewinnerseite: Halliburton und Enron . Der Öl- und Bauriese Halliburton hatte am Freitag einen Kursrutsch erlitten, nachdem das Unternehmen eine 30 Millionen Dollar schwere Asbest-Klage verloren hatte. Am Morgen machen die Papiere mit einem Plus von fast zehn Prozent zunächst wieder Boden gut, da Investoren eine günstige Einstiegsmöglichkeit sehen.

Die Citigroup und UBS, zwei der großen US-Banken, haben am Wochenende Interesse bekundet, den Energie-Pleitekandidaten Enron zu übernehmen. Auch aus dem Hause JP Morgan dringen Gerüchte, man wolle ein Angebot einreichen. JP Morgan und die Citigroup sind die beiden großen Gläubigerbanken von Enron. Im Falle einer Konzernpleite verlieren sie jeweils mehr als eine Milliarde Dollar.

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