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Wall Street: Schwaches Bruttoinlandsprodukt, schwache Futures

In dieser Woche wissen die US-Märkte nicht wohin. Am Montag versuchte sich der Dow an der 10.000-Punkte-Grenze, brach dann zur Wochenmitte mit der Enron-Krise ein. Am Donnerstag ließen positive Kommentare das Standardbarometer wieder klettern, am Freitagmorgen deuten die Futures erneut ins Minus. Die Nasdaq verliert vorbörslich zehn Punkte, der breit gefächerte S&P 500 gibt drei Punkte ab.

Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal um 1,1 Prozent gesunken, wie am Morgen bekannt gegeben wurde. Das ist das größte Quartalsminus seit 1991. Analysten hatten mit einem Rückgang um nur 0,9 Prozent gerechnet. Dass die US-Wirtschaft nun offensichtlich noch schlechter dasteht als bisher vermutet - und berechnet - worden war, könnte Händlern vor dem Wochenende noch das letzte Quäntchen Kauflaune nehmen.

Dabei hatte es noch in den letzten Handelsstunden am Donnerstag gute Nachrichten und positive Kommentare gegeben. Der Industrie-Gigant United Technologies hatte seine Gewinnprognosen bestätigt. Aus dem Hause General Motors verlautete, man erwarte einen Aufschwung für die Wirtschaft. Und aus dem Technologiebereich meldete sich Tom Siebel, vom Softwarehaus Siebel zu Wort. Auch er erwartet die Caterpillar

, Hersteller von schweren Baumaschinen und Baggern, kann davon am Morgen nur träumen. Die Analysten der UBS Warburg sagen, das Unternehmen müsse starke Auftragsrückgänge einstecken. Vor allem die Ölförder-Unternehmen, die unter dem niedrigen Ölpreis leiden, hätten weniger Maschinen bestellt. Caterpillar verliert vorbörslich leicht und könnte im Tagesverlauf den Dow Jones belasten.

Negative Kommentare geben die Experten der UBS Warburg auch über die Brokerhäuser ab. Sie setzen die Gewinnerwartungen für 2001 und 2002 für alle großen Häuser herab. Der Sektor, der sich von seinen Tiefständen Mitte September relativ schnell erholt hatte, könne den Aufwärtstrend nicht halten. Eine schnellere Erholung der Branche als bisher erwartet worden war sehen die Analysten nicht. Sollten Brokerhäuser und Banken zum Wochenende verlieren, dürften es auch die anderen Sektoren schwer haben, ins grüne Terrain zu kommen.

Meist gehandelte Aktie vor Handelsbeginn ist Enron . Für den Energiekonzern gibt es kein Licht am Ende des Tunnels. Enron gibt erneut elf Prozent ab. Auch Dynegy notiert erneut im roten Bereich. Da die günstige Übernahme von Enron in den Dynegy-Kurs eingepreist war, verliert die Aktie seit der Deal geplatzt ist. JP Morgan und Citigroup , die Gläubigerbanken von Enron hatten sich am Donnerstag von Tiefstständen erholt, stehen am frühen Freitagmorgen aber wieder unter Druck.

Auch Anheuser-Busch profitiert von der Neuaufnahme in den S&P 100 nicht wie erwartet. Am Donnerstag hatte das Papier nur ein Prozent zugelegt, vor der Glocke gibt der Kurs bereits wieder nach. Allein Nvidia , der Chiphersteller, der für Enron in den S&P 500 nachrückt, profitiert noch. Mit einem halben Prozent steht die Aktie im Plus.

Der Chip-Sektor wird seine Kletterpartie vom Donnerstag wohl nicht fortsetzen. Die Chip-Orders sind im letzten Monat um 17 Prozent zurück gegangen. Novellus hat entsprechend am Donnerstagabend angekündigt, den prognostizierten Quartalsgewinn von elf Cents pro Aktie zwar halten zu können, im ersten Quartal 2002 aber wohl Verluste einzufahren. Novellus verliert vorbörslich 6,3 Prozent, KLA-Tencor und Applied Materials geben 2,8 Prozent, PMC Sierra notiert mit einem Verlust von 1,4 Prozent.

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