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Wall Street: Schwaches Volumen aber Optimismus vor der Fed-Entscheidung

Das Handelsvolumen an den New Yorker Börsen ist zwar relativ schwach, doch legen die Indizes unerwartet zu: Der Dow Jones steht zur Mittagsstunde - und kurz vor der Entscheidung der US-Notenbank über eine eventuelle weitere Zinssenkung - mit 26 Zählern im Plus. Die Nasdaq gewinnt 23 Punkte oder 1,2 Prozent und handelt wieder über der 2000-Punkte-Marke.

Nach einem Rekord-November und einem starken Dezember-Auftakt hatten die Märkte am Montag unter Verkaufsdruck gestanden. Anlegern war die Erholung nach den Tiefs im September zu schnell gekommen und zu weit gegangen. Kommentare von Prudentials technischem Analysten Ralph Acampora lassen Investoren aber wieder hoffen. "Der seit September anhaltende Aufwärtstrend bleibt intakt." Er hat eher Bedenken hinsichtlich des weiteren Anstiegspotentials als wegen eventueller Verlustrisiken. Aktien von Dell Computer, Cisco Systems, Intel, Amazon und Dial empfiehlt er auf Zwölf-Monats-Ziel zu kaufen.

Der Markt wartet am Mittag auf die Entscheidung der Federal Reserve, die für 14.15 Uhr Ortszeit (20.15 Uhr MEZ) erwartet wird. Die meisten Marktteilnehmer rechnen mit einer erneuten Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Analysten von Goldman Sachs schließen in Anbetracht des schwachen Arbeitsmarktberichtes auch eine Zinssenkung um 50 Basispunkte nicht aus. Es wäre die elfte Zinssenkung in diesem Jahr. Der Leitzins notiert zur Zeit bei zwei Prozent, was angesichts einer Inflationsrate von 2,1 Prozent einem negativen Realzins entspricht.

Die Aktie von Nokia dominiert am Dienstag den Handel. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal bestätigt und sagt, es sei möglich, den prognostizierten Anteilsgewinn sogar zu übertreffen. Nokias Höhenflug gründet auf dem Erfolg der neuen Internet-Handys, die besseren Absatz finden als erwartet. Die Aktie legt sieben Prozent zu, die Konkurrenten Ericsson und Motorola gewinnen vier beziehungsweise ein Prozent.

Der Erfolg der Handy-Hersteller gibt anderen Tech-Sektoren einen kräftigen Schub. Chiphersteller notieren branchenweit auf der Gewinnerseite, allen voran RF Micro Devices mit einem Plus von mehr als zehn Prozent. Nokia-Zulieferer Qualcomm gewinnt 1,8 Prozent.

Unter den Big Caps ist Cisco der große Gewinner. Mehr als zwei Prozent legt die Aktie zu. Das Unternehmen sagt, auf dem asiatischen Markt seien die ersten Anzeichen einer Erholung zu sehen. Ein großer Wachstumsmarkt sei China. "Dort gibt es teilweise noch nicht einmal einfache Telefonnetze", sieht Ciscos Asien-Chef McElwain Potenzial. Der gesamte Netzwerksektor profitiert von den optimistischen Kommentaren, die Branche legt zwei Prozent zu.

Auch die übrigen Big Caps handeln im Plus. Microsoft, Sun Microsystems, Intel und Dell gewinnen jeweils mehr als ein Prozent. Aktien vom Software-Hersteller Oracle handeln gut behauptet.

Unter Druck steht erneut der Einzelhandel. Nachrichten aus dem Sektor sind seit Tagen uneinheitlich. Mal rechnen Analysten mit steigenden Umsätzen dank des lange herbeigesehnten Kälteeinbruchs, mal klagen sie über erneute Rückgänge und zu niedrige Gewinnmargen aufgrund der vorweihnachtlichen Schnäppchenpreise. Der Mall-Betreiber ICSS klagt am Morgen, die Umsätze seien um 4,6 Prozent eingebrochen, Redbook berichtet über einen Rückgang um lediglich ein Prozent. Aktien von Ann Taylor, The Gap, JC Penney und Target notieren im roten Terrain.

Die Aktien von General Motors gehören zu den Verlieren, obwohl der weltgrößte Automobilhersteller selbst gar keine Schwierigkeiten hat. Mit Problemen kämpft vielmehr der südkoreanische Konzern Daewoo, an dem GM maßgeblich beteiligt ist. Daewoo musste drei Werke schließen, weil 275 Zulieferer ihre Produkte zurückhalten. Die Zulieferer demonstrieren gegen die schlechte Zahlungsmoral des asiatischen Automobilriesen. Daewoo schulde ihnen insgesamt 1,3 Milliarden Dollar. General Motors verliert fast fünf Prozent.

McDonalds stolpert über ein Downgrade der Lehman Brothers. Die Analysten stufen die Aktie von "aggressiv kaufen" auf "Marktperformer" herunter und senken das Kursziel von 38 Dollar auf 29 Dollar. Aktien des Burger-Bräters verlieren 1,7 Prozent. Mit einem Plus von 3,6 Prozent notiert indes die Konkurrenzkette Wendy?s, die von Lehman Brothers aufgestuft wird und nun als Wert gilt, den Anleger "aggressiv kaufen" sollten.

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