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Wall Street: Setzen Händler die Rally fort?

Am Mittwochmorgen deuten die Futures ins Plus. Nachdem die US-Märkte am Dienstag auf ihren Tages-Höchstständen aus dem Rennen gegangen sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Händler an die Rally anknüpfen. Die Nasdaq notiert mit 16 Zählern im Plus. Der breit gefächerte S&P 500 gewinnt vier Zähler.

Gute Nachrichten aus dem Tech-Sektor hatten die Börse am Dienstag gestärkt. Cisco-Chef John Chambers hatte Bestellungen für November im Rahmen der Erwartungen bestätigt, und auch das Management von Oracle erwartet Wachstum für 2002.

Die Analysten der Credit Suisse First Boston setzen ihr Kursziel für die Cicso-Aktie um einen Dollar auf 24 Dollar herauf, für das Jahr 2002 erwarten sie einen um drei Cents höheren Anteilsgewinn von 24 Cents. Auch dem Chip-Giganten Intel bescheinigen die Experten Stärke. Das Unternehmen werde das Jahr wohl am oberen Ende seiner Gewinnschätzungen oder noch darüber beenden. Eine Kaufempfehlung will die CSFB aber nicht vor Ende des vierten Quartals aussprechen.


Goldman Sachs äußert sich positiv über Sun Microsystems. Tech-Analystin Laura Conigliari hatte dem Hardware-Sektor schon am Dienstag eine "bessere Performance als zunächst erwartet" prognostiziert, am Mittwochmorgen sagt sie, ein Besuch bei Sun Microsystems habe ihre Auffassung bestätigt. Sie sehe eine Stabilisierung auf dem US-Markt. Die Big Caps notieren vorbörslich im Plus.

Eine Stabilisierung nicht allein in den Technologie-Märkten erwarten die Analysten von Salomon Smith Barney. Das Brokerhaus setzt zum ersten Mal seit zwei Jahren seine Gewinnerwartungen für die Papiere des S&P 500 Index herauf.

Käufe wird es am Morgen indes nicht in allen Sektoren geben: Die drei großen Automobil-Hersteller notieren vor der Glocke komplett im Minus. Ford hat am Morgen eine deutlich härtere Ertragswarnung ausgesprochen als selbst pessimistische Analysten erwartet hatten. Statt einem zunächst verkündeten Anteilsverlust von 14 Cents erwartet man nun einen Fehlbetrag von 50 Cents pro Papier. Ford verliert vorbörslich 4,2 Prozent. General Motors und DaimlerChrysler stehen ebenfalls in der Verlustzone.

Alles andere als "good news" kommt für die Autobranche aus Russland. Andere Sektoren hingegen profitieren von der Entscheidung der Russen, die Ölfördermenge um 150.000 Barrel pro Tag zurückzufahren. Damit kommt das Land den Opec-Staaten ein Stück entgegen. Es ist zu erwarten, dass die Opec-Länder ihre Fördermengen nun am Januar drosseln. Die Öl-Futures legen am Morgen vier Prozent zu, der Ölpreis scheint sich zu stabilisieren.

Größter Gewinner im vorbörslichen Handel ist Webb Interactive. Das Netzwerk-Unternehmen hat mit dem Kommunikationsriesen BellSouth einen Vertrag geschlossen, nachdem Webb einer Million BellSouth-Internetkunden IM-Dienste zugänglich macht. Den Auftrag führt Webbs Tochterunternehmen Jabber aus. Papiere von Webb Interactive können noch vor der Glocke ihren Wert fast verdoppeln.

Um den guten Schlaf ringen dürften hingegen die Manager vom Medizintechnik-Hersteller Polymedica. Die Börsenaufsicht ermittelt in dem Unternehmen, dass angeblich wissentlich Diabetes-Tests und andere Produkte an bereits tote Patienten ausgeliefert und sich bereichert haben soll. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe, die Aktie gibt vor dem Handel 18 Prozent ab.

Den dritten Tag in Folge könnte am Mittwoch Enron zulegen. Aktien des einstigen Energie-Riesen, der am Sonntag das größte Gläubigerschutz-Verfahren der US-Geschichte eingeleitet hatte, haben am Montag 54 Prozent, am Dienstag 135 Prozent zugelegt. Mike Greenberger, Professor für Konkursrecht an der Universität von Maryland, sieht in den Käufen einen Ausdruck starken Vertrauens und durchaus Chancen für den Konzern, einen Konkurs abwenden zu können. Mike Heim, Analyst bei A.G. Edwards & Sons, sagt, die 1,5-Milliarden-Dollar-Finanzspritze von JP Morgan Chase und Citigroup gebe Anlegern zusätzlich Sicherheit.

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