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Wall Street setzt Talfahrt fort

Enttäuschende Arbeitsmarktdaten sorgen an den US-Märkten einen weiteren Handelstag für Kursverluste. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in den USA im August mit 4,9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

Die Mehrheit der Marktbeobachter hatte lediglich mit einem Anstieg auf 4,6 Prozent gerechnet. Während der Dow Jones Index die Kursverluste auf ein Minus von 2,42 Prozent ausgebaut hat, profitierte der Nasdaq Index zumindest kurzfristig von den guten Nachrichten bei Intel. Am späten New Yorker Vormittag rutschte das Börsenbarometer jedoch wieder in die Verlustzone und notiert nun 1,2 Prozent im Minus.

Die Enttäuschung der Anleger ist verständlich. Hatte die Hoffnung auf zufriedenstellende Wirtschaftsdaten die Nerven der Marktteilnehmer zunächst noch beruhigt, bestimmt nun die Angst vor weiteren Kursrutschen an New Yorks Aktienmärkten das Geschehen. Die Wirtschaftsdaten dürften das Konsumentenvertrauen und damit die Verbraucherausgaben der kommenden Monate belasten. Vor allem die Einzelhandelsaktien geraten ins Trudeln. Das Papier von Home Depot büßt 6,7 Prozent, die Aktie von Wal-Mart 2,1 Prozent ein. Dem Titel von Circuit City schaden die enttäuschenden Umsatzzahlen des zweiten Quartals. Die zweitgrößte US-Elektrokette erwirtschaftete in den Filialen, die bereits seit über einem Jahr geöffnet sind, geringere Einnahem als Analysten erwartet hatten. Die Aktie verliert über 20 Prozent an Wert.

Auch die Aktien des Pharma- und Mediensektors gehören zum Wochenschluss zu den größten Verlierern. Neben Johnson & Johnson gerät auch Pfizer unter Druck. Weltweit seien nach der Einnahme von Pfizers Potenzmittel Viagra rund 1000 Patienten gestorben, lauten die Anschuldigungen gegen den Pharmakonzern. Die Aktie fällt 3,4 Prozent.

Die Angst vor einer steigenden Anzahl fauler Kredite belastet die Aktien der Finanzinstitute. Der weiterhin schwache Aktienmarkt und die zunehmend kränkelnde US-Wirtschaft könnten einige Kreditnehmer in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Die Titel der Citigroup, Wells Fargo Bank und Bank of New York geben Punkte ab.

Der Titel von Boeing belasten den Dow Jones Index nach pessimistischen Analystenkommentaren von Morgan Stanley Dean Witter. Die Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass die Anzahl der Aufträge des Luftfahrtunternehmens in den kommenden Quartalen steigen wird. Boeing büßt fast sechs Prozent ein.

Für nur leichten Ausgleich können die Kursgewinne der Chipwerte sorgen. Die Aktie von Intel kann sich gegen den allgemein negativen Handelstrend behaupten und gewinnt 0,88 Prozent. Der weltgrößte Chiphersteller werde im dritten Quartal einen Umsatz zwischen 6,2 und 6,5 Milliarden Dollar erwirtschaften, sagte das Management am Donnerstagabend. Damit könnte der Chipkonzern die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 6,41 Milliarden Dollar sogar übertreffen.

Anleger deuten Intels bestätigte Prognosen als Zeichen, dass es um die Nachfrage nach Heimcomputern und um die Preise für Chips doch nicht so schlecht bestellt ist. Auch die Analysten scheinen zufrieden. "Die Nachrichten waren ausgesprochen gut, vor allem, wenn man bedenkt, wie schlecht Investoren auf Intel zu sprechen sind", so Terry Ragsdale von Goldman Sachs. Intel wird von Goldman Sachs zum Kauf empfohlen. Die Aktie von Intel gewinnt 0,16 Prozent. Damit liefert Intel dem Markt zum Wochenschluss da,s was er braucht: wenigstens einen kleinen Lichtblick. Neben Intel gehört auch die Aktie von Cisco Systems zu einer der am meisten gehandelten Aktien und gewinnt 1,67 Prozent. Das Papier von Softwaregigant Microsoft verbucht zur Mittagsstunde leichte Kursgewinne und tendiert mit 0,5 Prozent im Plus.

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