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Wall Street: Starker Arbeitsmarkt lässt auf Rally hoffen

An der Wall Street stehen zum Wochenschluss die Zeichen auf Rally. Die Futures auf die drei großen US-Indizes handeln deutlich im Plus, nachdem der Arbeitsmarktbericht die Hoffnungen vieler Anleger bestätigt hatte. Der marktbreite S&P 500 verbessert sich um fast 10 Punkte.

Der Arbeitsmarktbericht überraschte den Markt auf breiter Front. Die Arbeitslosenquote ist wider Erwarten leicht gesunken und notiert bei 5,5 %. Mit 66.000 neu geschaffenen Jobs zeigt sich die US-Wirtschaft deutlich stärker als Marktbeobachter prognostiziert hatten. Auch die durchschnittlichen Stundenlöhne sind um ein Zehntelprozent gestiegen. Nach einer Flut positiver Fundamentaldaten aus dem konjunkturellen Umfeld und der optimistischsten Greenspan-Rede seit langem warteten Anleger und Analysten auf den Arbeitsmarktbericht als letztes Mosaiksteinchen, mit dem sich das Bild eines zuletzt oft beschworenen "robusten Aufschwungs" legen ließe.

Das unsichere Warten auf den Arbeitsmarktbericht war noch am Vortag einer der Faktoren gewesen, die den Markt gebremst hatten. Der andere: Mit Intel und Sun Microsystems sollten sich nach Börsenschluss zwei der großen Tech-Unternehmen zu ihren Aussichten im laufenden Quartal äußern.

Vom Chip-Riesen Intel gab es keine weltbewegenden Neuigkeiten. Das Unternehmen hat seine Gewinnprognosen eingeengt, dabei allerdings sowohl Ober- als auch Untergrenze beschnitten. Analysten hatten tagelang orakelt, ob Intel am unteren oder am oberen Ende seiner frühen Vorhersagen melden würde, wobei die Mehrheit der Experten auf eine positive Überraschung gehofft hatte. Intel notiert vorbörslich schwach mit einem Minus von 1,2 %.

Der Hardware-Hersteller Sun Microsystems hat unterdessen seine Erwartungen bestätigt und damit einige Analysten überrascht, die sich zuletzt noch vorsichtig über den Wert geäußert hatten. Nach wie vor geht das Management von einem Anteilsverlust von 2 Cent für die laufenden drei Monate und von einer Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Quartal aus. Papiere von Sun Micro handeln mit 5,1 % im Plus.

Weitere marktbewegende Nachrichten kommen am Morgen aus dem Biotech-Sektor. Serono hat von der Prüfbehörde FDA das Okay für sein Multiple Sklerose-Mittel Rebif bekommen und rechnet damit, dass Medikament "in wenigen Tagen" auf den Markt bringen zu können, wie ein Sprecher sagte. Serono kann nun gegen den großen Konkurrenten Biogen antreten, der den Markt bislang beherrschte. Serono rechnet mit einem künftigen Marktanteil von 25 % bis in vier Jahren. Serono verbessert sich vorbörslich um 14 %, Biogen verliert 12,5 %.

Branchenweit schwach könnte zum Wochenschluss der Broker-Sektor auftreten. Nach zuletzt mehreren Abstufungen für die Trader meldet sich am Freitagmorgen Salomon Smith Barney zu Wort und die einstigen "Kauf"-Werte Morgan Stanley, Merrill Lynch und Lehman Brothers auf "outperform", Goldman Sachs und Bear Stearns auf "neutral".

Gute Nachrichten kommen aus dem Restaurantbereich. Mit dem Aufschwung kommt der Hunger der Amerikaner auf Süßes, und die Donut-Kette Krispy Kreme meldet entsprechend stark: Mehr verkaufte Zuckerkringel in deutlich mehr neuen Filialen haben dem Unternehmen einen Gewinnzuwachs von 94 % beschert, mit einem Anteilsplus von 14 Cent schlägt man die Konsensschätzung der Wall Street. Die Aktie von Krispy Kreme legt vorbörslich 6 % zu.

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