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Wall Street: Tech-Branche bleibt schwach

Zum Wochenstart ging es kontinuierlich bergab, und auch am Dienstag scheint es nicht, als könnten sich die US-Märkte aufrappeln. Eine halbe Stunde vor Marktöffnung an der Wall Street notieren die Futures auf die Nasdaq erneut im Minus. Dow Jones und der marktbreite S&P 500 handeln nahe der Null-Linie.

Schon am Montag hatten die meisten Aktien an Wall Street und Nasdaq im grünen Bereich eröffnet und dann Gewinne abgegeben. Die Blue Chips gaben bis zum Abend 1,4 % ab und schlossen auf einem Drei-Wochen-Tief von 10 282 Punkten. Die Nasdaq startete mit einem Minus von 2,1 % auf 1 812 Punkten.

Vor Handelsbeginn grübeln Anleger und Analysten über die neuen Zahlen zu den Bestellungen langfristiger Güter. Diese sind um 1,5 % gestiegen und damit den dritten Monat in Folge und deutlich besser als erwartet. Profitieren kann indes allein der Rüstungssektor - diesen herausgerechnet sind die Bestellungen um 0,3 % zurück gegangen. Langfristige Güter sind Produkte mit einer Haltbarkeit von mehr als drei Jahren, wie Flugzeuge, Autos oder Kühlschränke. Deren Bestellungen gelten als Omen für die Entwicklung des produzierenden Gewerbes und damit der Konjunktur.

Tech-Werte möglicherweise unter Druck

Aufschwung hin oder her, einige Tech-Werte dürften im Dienstagshandel unter Druck geraten, nachdem sich Analysten zu Wort gemeldet haben. Beim Chip-Hersteller Applied Materials konzentrierten sich Anleger zuletzt auf die Frage, ob die Nachfrage nach Halbleitern ansteigen würde oder noch nicht. Die Experten beim kleinen Brokerhaus Gerard Klauser Mattison sagen nun, eine eventuelle Verbesserung von Umfeld und Nachfrage sei bei Applied Materials bereits eingepreist. Man setzt die Aktie auf "neutral" zurück, die Aktie vor der Glocke fast 1 % abgibt.

Die UBS Warburg stuft derweil die Aktien des Telekommunikationsriesen Worldcom auf "halten" ab. Die Experten fürchten eine "weiter schwache Nachfrage nach Datenservice" und sehen das Unternehmen in einem anhaltend schwachen Umfeld. WorldCom verliert vorbörslich 4 %.

SEC nimmt Ermittlungen bei Network Associates auf

Die größten Verlierer sind am Dienstagmorgen die Aktien von McAfee und Network Associates . McAfee, Marktführer im Bereich Anti-Viren-Software, hat ein Übernahmeangebot von Network Associates abgelehnt, das man für "unangemessen niedrig" empfunden habe. Gleichzeitig gibt die Börsenaufsicht SEC bekannt, dass man in Sachen Bilanz-Praktiken Ermittlungen bei Network Associates aufgenommen habe. Beide Papiere geben vorbörslich mehr als 20 % ab.

Auf dem absteigenden Ast findet sich erneut der Medienkonzern AOL Time Warner . Das Unternehmen plant weitere Aktienrückkäufe, will diese aber reduzieren, um finanziell flexibel bleiben zu können. Gleichzeitig gibt AOL massive Abschreibungen bekannt. Aufgrund von neuen Bilanzierungsrichtlinien muss man die Bewertung von Time Warner nach unten anpassen und im ersten Quartal 54 Milliarden Dollar abschreiben. AOL verliert etwa 1 %.

Kursverluste drohen auch der Aktie von Ford . Beim zweitgrößten US-Autohersteller hält man an der Prognose eines Break-Even in 2002 fest, obwohl Branchendaten seit Wochen auf einen stärkeren Automarkt als erwartet deuten. Die Analysten von Goldman Sachs zeigen sich enttäuscht: Ford scheint die Kostenbasis in den letzten zwei Monaten nicht wirklich verbessert zu haben. Der Wert sei weiterhin nur "haltenswert", Ford notiert vor der Glocke im roten Bereich.

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