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Wall Street: Tech-Werte bringen Gewinne zum Wochenanfang

Was für ein Wochenauftakt. Nach den Punktverlusten der vergangenen Woche und einem Start im roten Bereich drehten die US-Märkte früh, starteten eine Rally vor allem im Tech-Sektor, um schließlich beim Klang der Schlussglocke nahe Tages- und Wochenhöchstständen aus dem Handel zu gehen.

Der Dow Jones legte am Montag 173 Punkte oder 1,9 Prozent zu und schloss auf 9377 Punkten. Der Nasdaq-Index klettert um 36 Punkte oder 2,2 Prozent auf 1708 Punkte. Damit starteten beide Indizes kräftig in die zweite hektische Woche der Ertragssaison, in deren Verlauf wieder hunderte von S & P 500 notierten Unternehmen Quartalszahlen vorlegen werden.

Diese dürften in dieser Woche die Märkte lenken. Von weiteren Milzbrand-Fällen, die im Tagesverlauf aus Washington gemeldet wurden, ließ sich die Wall Street nicht aus der Ruhe bringen. Und auch aus dem ökonomischen Umfeld stehen außer dem Beige Book der Fed und dem Verbrauchervertrauen zum Wochenende kaum wichtige Bekanntgaben an. So nahmen die Händler am Morgen auch den dramatischen Rückgang im Index der führenden Wirtschaftsindikatoren (LIE) mit einem Schulterzucken hin. Der Einbruch um 0,5 Punkte, der stärkste seit 1996, überraschte niemanden, ist doch der LIE nicht viel mehr als eine Zusammenfassung der bereits bekannten Indikatoren der vergangenen vier Wochen.

Die ersten Meldungen der Woche kamen am Montagmorgen von 3M und SBC Communications, und die beherrschten ganz deutlich das Geschehen am Markt. 3M, der Hersteller von Klebezetteln, Industriegütern und Produkten aus dem Gesundheitswesen, hat wesentlich besser abgeschnitten als erwartet. Zwar fiel der Gewinn im abgelaufenen dritten Quartal um 12,4 Prozent, doch schlug das Unternehmen den Konsens der Wall Street um einen Cent Gewinn pro Aktie. Das Papier von 3M war am Montag die heißeste Aktie im Dow und legte mehr als fünf Prozent zu.

SBC Communications, der zweitgrößte Telefon-Provider in den USA, musste einen Gewinneinbruch um 30 Prozent eingestehen und die Entlassung von 20 000 Beschäftigen, also drei Prozent der gesamten Belegschaft, ankündigen. Das Unternehmen weist für Q3 einen Gewinn von zwei Milliarden Dollar oder 59 Cents pro Aktie aus. Analysten hatten aber mit einem Plus von 60 Cents pro Anteil gerechnet. Die SBC-Aktie war der Tagesverlierer an der New York Stock Exchange, das Papier brach um mehr als fünf Prozent ein.

Unterstützung erfuhr die Wall Street zu Wochenbeginn aus dem Ölsektor. Allein Conoco hatte am Morgen Quartalsergebnisse unter den Ertwartungen der Wall Street bekannt gemacht, doch profitierte die Branche unter anderem von einem Upgrade des Plattformbauers und Förderers Halliburton. Die Analysten der UBS Warburg raten zum "aggressiv kaufen". Sehr stark präsentierte sich der zuletzt gebeutelte Stahlsektor. Die Internationale Handelskommission hat erkannt, dass der amerikanischen Stahlwirtschaft durch Billig-Importe hoher Schaden entstanden sei. Die Kommission will nun über marktstabilisierende Schritte beraten und eventuell Einfuhrmengen und Zölle festlegen. Einige Stahlwerte legten zum Wochenbeginn im zweistelligen Prozentbereich zu.

Die Tech-Werte profitierten am Montag vor allem von guten Nachrichten aus verschiedenen Sektoren. Speicherhersteller EMC und Computerbauer Dell kündigten am Nachmittag eine vielversprechende Allianz an. Danach wird Dell Speicherlösungen von EMC als Standardangebot für seine Netzwerkkunden anbieten. IBM stellte unterdessen einen neuen Internet-Mainframe vor, der Anwendungen in halber Zeit durchführt und dem Management Hoffnung macht, zum Verkaufsrenner zu werden. Intel und Rambus gaben am Morgen erneut ein Joint Venture bekannt, Vitesse übererfüllte die Erwartungen der Analysten im abgelaufenen Quartal. All diese Meldungen lösten gegen Mittag eine Rally aus, die den Sektor um durchschnittlich sechs Prozent pushte.

An der Kletterpartie der Chips beteiligten sich die Papiere der Halbleiterbranche, sowie manche Software- und Internetaktien. Erneut auf der Gewinnerseite stand zum Handelsschluss der Biotech-Sektor, der am Montag als einziger von der Angst vor weiteren Anthrax-Attacken und der Gefahr erneuter Milzbrand-Infektionen berührt wurde.

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