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Wall Street: Tech-Werte dürften Handel belasten

Nach einem uneinheitlichen Quartalsauftakt stehen die US-Börsen am Dienstagmorgen erneut vor einem roten Start. Eine halbe Stunde vor Öffnung der Märkte notieren die Futures auf die drei großen Indizes im Minus, vor allem der Nasdaq steht ein schwacher Start bevor.

Am Montag hatte eine Nachmittagsrally unter einigen Techwerten zumindest die Nasdaq in positives Terrain geschoben. Aktien aus dem Chip- und Netzwerkbereich konnten nach positiven Analystenkommentaren zulegen und ließen das Tech-Barometer um 17 Zähler klettern. Der Dow rutschte am ersten Handelstag des zweiten Quartals um 41 Punkte ab.

Für einige Tech-Werte sieht es nun am Dienstag schlecht aus: Der Software-Hersteller PeopleSoft verliert nach einer Umsatzwarnung bis zu 20 %. Das Management erklärt, dass man aufgrund schwacher Verkäufe in einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld die Erwartungen im ersten Quartal nicht erfüllen werde. Ähnlich schlechte Nachrichten kommen vom Konkurrenten BroadVision . Auch hier kündigt das Management ein Minus für das erste Quartal an. Die Aktie gibt vor der Glocke 18 % ab.

Die Analysten von Goldman Sachs schlagen am Morgen in die gleiche Kerbe und fahren ihre Erwartungen für die Software-Riesen Microsoft und Siebel Systems , die Hardware-Konzerne Sun Microsystems und IBM sowie den Chip-Hersteller EMC zurück. Die Aktien verlieren vorbörslich um etwa 2 % und ziehen andere Unternehmen der jeweiligen Branchen mit.

Ganz andere Probleme setzen die Aktie von Qwest Communications unter Druck. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Bilanzen des Telekom-Providers für das vierte Quartal 2000 nicht anerkennen. Außerdem stehen für 2002 außerordentliche Abschreibungen zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar an. Nach den jüngsten Bilanz-Debakeln sehen Anleger bei derartigen Meldungen rot und so steht Qwest am Dienstag unter Verkaufsdruck. Die Aktie verliert 5 %.

Auf der Verliererseite steht auch AOL Time Warner , nachdem Merrill Lynch zwei "besorgniserregende Punkte" in der 10-K-Bilanz gefunden haben will. Dabei geht es um rechtliche Unklarheiten bezüglich der Kabel-Sparte und des Online-Dienstes Roadrunner. Eventuell anstehende Umstrukturierungen beider Dienste könnten AOL 4,5 Milliarden Dollar kosten und den Gewinn pro Aktie in 2002 um 1 Dollar mindern. Das Verlustpotential für die Aktie sei zwar begrenzt, sagen die Experten, doch deuteten sich Gewinne zur Zeit gar nicht an. Die Aktie verliert am Morgen leicht.

Mit einem Plus von vorbörslich 6 % steht InVision Technologies als eine der wenigen Aktien auf der Gewinnerseite. Das Unternehmen, das Sprengstoffdetektoren herstellt und dessen Papiere seit den Terroranschlägen des 11. September mehr als 1000 % an Wert gewonnen haben, hat einen Großauftrag vom Verkehrsministerium erhalten, außerdem hat man die Technologie für die vor allem an Flughafen gefragten Geräte an die Sicherheitsbehörde des Ministeriums lizenziert.

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