Wall Street und Konjunkturdaten belasten
Dax rutscht in die Tiefe

Die Vortagesgewinne des Dax sind am Mittwoch vollständig weggeschmolzen. Das Aktienbarometer fiel nahezu auf die psychologisch wichtige Marke von 3000 Punkten zurück, die im Handelsverlauf unter dem Einfluss der schwachen Wall Street mehrmals kurzzeitig unterschritten wurde.

HB/dpa FRANKFURT/M. Bis zum Handelsschluss gab der Dax in Frankfurt um zwei Prozent nach und schloss bei 3005,64 Punkten. Der MDax war bei 3248,37 Zählern um 0,54 Prozent schwächer. Der TecDax sank mit 1,62 Prozent markanter auf 405,56 Punkte.

"Der Dax legt eine kleine Verschnaufpause ein", sagte Aktienhändler Stephan Linz von der Baden Bank. -Württembergischen "Da ist jetzt erstmal die Luft raus." Die Hoffnung, dass der Dax nach den jüngsten Gewinnen ungebremst weiter steigt, sei "realitätsfern", da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen "eher schlechter als besser geworden sind", sagte Linz. Nach den am Nachmittag vorgelegten vorläufigen Daten waren die Auftragseingänge der deutschen Industrie im März mit fast vier Prozent unerwartet deutlich gesunken.

Beflügelt von den jüngsten Quartalszahlen nahmen die Aktien des Chemie- und Pharmaunternehmens Bayer über den gesamten Handelstag die Dax-Spitze ein. Die Papiere legten bis Handelsende um 5,39 Prozent auf 17,40 Euro zu. Der Konzern hatte im ersten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen.

Die Aktien des Bad Homburger Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC) sackten hingegen ans untere Ende des Index und verloren 6,83 Prozent auf 41,08 Euro. Händler und Analysten waren von der Quartalsbilanz von FMC und der im MDax geführten Mutter Fresenius AG enttäuscht. Das Ergebnis sei nur unter der Herausrechnung von Sondereffekten positiv. Die Fresenius-Aktie verlor 4,33 Prozent auf 39,80 Euro.

Die Aktien des weltgrößten Reiseunternehmens Tui rutschten um 4,39 Prozent auf 13,69 Euro ab. Die Anleger reagierten mit Verkaufsorders auf die Veröffentlichung der Bilanz 2002 und den enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr, berichteten Händler. Die am Dienstag vollzogene überraschende Umstrukturierung in der Führungsetage habe die Anleger zudem weiter verunsichert.

Die Enttäuschung über die Quartalszahlen von Volkswagen hielt sich an der Börse in Grenzen. Die Aktie zog zeitweilig sogar ins Plus, gab bis zuletzt aber 0,65 Prozent auf 32,12 Euro nach. Wie erwartet war der Wolfsburger Autokonzern schwach in das neue Geschäftsjahr gestartet. Einst sehr umsatzstarke Volumenmodelle wie Golf und Passat stehen kurz vor der Ablösung und verkauften sich zuletzt nur schleppend.

Am Rentenmarkt stieg der Rex um 0,28 Prozent auf 118,97 Punkte. Der Bund Future stieg auf 115,51 Zähler. Die Umlaufrendite fiel auf 3,73 (Dienstag: 3,79) Prozent. Der Kurs des Euro ist am Mittwoch weiter gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1427 (Dienstag: 1,1344) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8751 (0,8815) Euro.

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