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Wall Street und politische Turbulenzen belasten Japans Börse

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat die Woche mit starken Verlusten begonnen - der ehemalige Generalsekretär Kato hat zu einer Revolte gegen Partei- und Regierungschef Yoshiro Mori aufgerufen.

dpa TOKIO. Die asiatische Leitbörse in Tokio hat die Woche mit starken Verlusten begonnen. In Reaktion auf die negative Vorgabe der Wall Street vom Freitag büßte der Nikkei-Index für 225 führende Werte 2,2 % ein. Zwischenzeitlich war das Börsenbarometer um mehr als drei Prozent abgesackt. Zum Handelsende notierte der Nikkei-Index einen Verlust von 323,90 Punkten beim Stand von 14 664,64 Punkten.

Belastet wurde das Geschäft laut Händlern zusätzlich durch politische Turbulenzen nicht nur in den USA, wo der Ausgang der US-Präsidentenwahl noch immer unklar war, sondern auch in Japan. Dort hatte der einflussreiche ehemalige Generalsekretär der mitregierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Koichi Kato, am Wochenende offen zur Revolte gegen Partei- und Regierungschef Yoshiro Mori aufgerufen.

Der Parteirebell forderte Mori mit Nachdruck zum Rücktritt auf. Kato, der mit 45 Anhängern die zweitgrößte Machtgruppe in der LDP anführt, drohte, bei einem geplanten Misstrauensantrag der Opposition sich möglicherweise seiner Stimme zu enthalten. Er wird seit längerem als möglicher Nachfolger für Mori gehandelt, der nach einer Reihe verbaler Entgleisungen und Skandale auch in den eigenen Reihen unter zunehmendem Druck steht. Seine Umfragewerte fielen unter 20 %.

Überschattet vom Machtkampf in Japan und der unklaren Lage in den USA gerieten die Aktien in Tokio bei dünnem Handel auf breiter Front unter Druck. Schwer unter Beschuss gerieten dabei Technologie- und Telekommunikationswerte. Telekomgigant NTT sackte auf den tiefsten Stand des Jahres. Auch der am meisten gehandelte Mobilfunkriese NTT DoCoMo sowie KDDI gaben nach. Auch Sony, Advantest und Hitachi schlidderten auf ihr Jahrestief zu. Weitere Verlierer des Tages waren Toshiba, NEC, Fujitsu, TDK, Canon und Matsushita Communication.

Händler rechnen derweil mit einem weiteren Kursrutsch an der New Yorker Wall Street. Der Sturz des Nikkei reflektiere Erwartungen, dass die US-Technologiebörse NASDAQ im späteren Tagesverlauf unter die psychologisch wichtige Marke von 3 000 fallen könnte, wurde Hiroshi Sato, General Manager von Cosmo Securities am Montag zitiert. Broker schlossen unterdessen ein weiteres Absacken des Tokioter Nikkei-Index unter die wichtige Marke von 14 000 Punkten nicht aus.

Am Devisenmarkt gab der Euro nach. Um 15.00 Uhr Tokioter Ortszeit wurde er mit 0,8643-50 $ bewertet nach 0,8655-65 $ am Freitag. Der $ wurde um 15.00 Uhr fester mit 107,85-88 Yen gehandelt nach 107,58-60 Yen am Freitag zur gleichen Zeit.

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