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Wall Street uneinheitlich: Merck und AmEx belasten den Dow

Die US-Märkte handeln am frühen Mittwoch uneinheitlich und ohne eine klare Tendenz. Der Dow Jones eröffnete im grünen Terrain, notiert eine halbe Stunde nach Handelsbeginn aber mit einem Verlust von sieben Punkten. Die Nasdaq steht mit acht Zählern im Plus.

Überraschend stark präsentiert sich am Morgen der Finanzsektor. Dabei hat der Kreditkarten-Anbieter American Express eine Stunde vor Marktöffnung eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal von 40 Cents auf 34 Cents gesenkt. Außerdem sollen bis zu 6500 Mitarbeiter entlassen werden. Die Aktie verliert 4,5 Prozent, schwächt den Sektor aber nicht.

Merck hingegen, der Pharmakonzern, der am Dienstagnachmittag eine Gewinnwarnung ausgesprochen und den Dow in die Miesen getrieben hatte, lastet auf der Branche. Merck erwartet für das Jahr 2002 ein Nullwachstum, und Analysten nehmen nun auch die übrigen Unternehmen des Sektors unter die Lupe. In den nächsten fünf Jahren, so ihr Ergebnis, laufen Patente für Medikamente mit einem Jahresumsatz von insgesamt 34 Milliarden Dollar aus. Merck ist mit einem Anteil von sieben Milliarden Dollar am stärksten betroffen. Weitere Gewinnwarnungen erwarten die Experten aber von Bristol-Myers Squibb und Astro-Zeneca. Aus dem Schneider scheint Pfizer zu sein. Dem Viagra-Hersteller laufen bis 2005 gar keine Patente aus, an der Wall Street gilt das Unternehmen als das best positionierte. Merck verliert im frühen Handel 1,3 Prozent, Bristol-Myers Squibb 1,2 Prozent. Pfizer gewinnt ein Prozent.

Stabilität zeigt der Konsumgüterproduzent Procter&Gamble . Der Hersteller von Pampers und dem Waschmittel Tide hat am Dienstag nach Börsenschluss die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal und das laufende Fiskaljahr 2002 um jeweils drei Cents auf 1,03 beziehungsweise 3,49 Dollar pro Aktie angehoben. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktie am Morgen erneut zum "Kauf", das Papier legt 3,3 Prozent zu und ist stärkster Wert im Standardindex.

Druck lastet hingegen wieder auf der Aktien von Halliburton . Der Öl- und Bauriese, dem eine verlorene Asbestklage am Freitag den Kurs verhagelte, und der sich seit Wochenbeginn nur leicht erholte, wird von der Bank of America auf "verkaufen" abgestuft. Die Aktie verliert erneut 1,7 Prozent.

Auch die unendliche Geschichte um Enron wird am Mittwoch weitergesponnen. Die Aktie des Energie- und Schlagzeilenlieferanten verliert 16 Prozent. JP Morgan verklagt den gescheiterten Konzern auf 2,1 Milliarden Dollar und erhebt Anspruch auf Anlagen, Bargeld und Besitz des Unternehmens. Mit der Klage gegen Enron macht die Bank eine überraschende Kehrtwende. Erst am Montag waren Gerüchte aufgekommen, nach Citigroup und der Schweizer Großbank UBS wolle auch JP Morgan ein Übernahmeangebot an Enron einreichen, um das Unternehmen doch noch zu retten.

An der Nasdaq richten sich am Morgen alle Augen auf Comverse Technology. Das Unternehmen wird 15 Prozent der Belegschaft entlassen, nachdem der Gewinn im vergangenen Quartal um 97 Prozent gefallen ist. Dies führt zwar zunächst zu Einmalbelastungen in Höhe von 60 Millionen Dollar, spart dann aber jährlich 70 Millionen Dollar ein. Die Analysten von Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Credit Suisse First Boston stufen Comverse auf, Merrill Lynch stuft den Wert ab. Anleger interessieren sich für das Papier, und Comverse gewinnt drei Prozent.

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