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Wall Street: Uneinheitlich vor dem Hexensabbat

Mal hoch, mal runter, am Donnerstag handelten die New Yorker Börsen ohne eine klare Richtung. Bei nur mäßigem Volumen beendete der Dow Jones Index den Tag mit einem Plus von 15 Punkten auf 10517 Punkten. Die Nasdaq schloss bei 1854 Punkten, das entspricht einem Minus von 8 Zählern.

Was Investoren am Donnerstag zögern ließ, ist das wenig durchsichtige konjunkturelle Umfeld einen Tag vor dem "dreifachen Hexensabbat", an dem mit großem Handelsvolumen und starken Kurssprüngen zu rechnen ist. Nach einer wahren Flut positiver Konjunkturdaten sind zuletzt Verbrauchervertrauen und am Morgen die Lagerbestände der Industrie schlechter ausgefallen als der Markt erwartet hatte. Auch die Greenspan-Rede zur Wochenmitte schien manchem Analysten weniger optimistisch als die vorige. Nun wartet man auf frische Daten am Freitagmorgen, wenn das Verbrauchervertrauen für März prognostiziert und die Produzentenpreise sowie die Industrie-Auslastung für Februar gemeldet werden.

Dass das kleine Brokerhaus A.G. Edwards am Morgen mit dem Baumaschinenhersteller Caterpillar einen zyklischen Wert auf "aggressiv kaufen" gestuft hatte, während die Prudential mit dem Papierkonzern International Paper einen anderen zyklischen Wert abgestuft hatte, macht eine Einschätzung der Konjunktur nicht einfacher. Abwarten war daher die Devise.

Komplett schwach blieb am Donnerstag der PC-Sektor, der am Morgen eine weitere Abstufung hinnehmen musste. Credit Suisse senkt die Wachstumsaussichten für die Branche. Die schleppenden IT-Ausgaben der US-Unternehmen würden Umsätze und Gewinne weiter belasten, heißt es. Die PC-Verkäufe dürften in diesem Jahr nicht wie erwartet um 10 % steigen, sondern nur um 5 %. Bei Compaq, Dell, Hewlett-Packard und Tech Data wurden die Prognosen für das Umsatzwachstum um 3 bis 6 % nach unten revidiert. Die Aktien verloren bis zu 2,5 %.

Nicht besser erging es den Elektronik-Zulieferern, die ebenfalls von der Credit Suisse abgestuft worden waren. Für die Unternehmen Solectron, Jabil Circuit, Sanmina, Plexus und Pemstar sehen die Analysten ein anhaltend schwache Umfeld und weiter niedrige Nachfrage bei den Herstellern von Handys, Netzwerken und PCs. Die Papiere verloren zwischen 2 % und 4 %. Allein Jabil Circuits behauptete sich gegen den Trend, die Aktie legte 3 % zu.

Ebenfalls weiter schwach schloss der Telekom-Sektor: Die Analysten von Lehman Brothers stuften die Aktien von Sprint auf "halten" ab. Der frei verfügbare Cash Flow im Bereich Ferngespräche sei bereits negativ und scheine sich weiter zu verschlechtern, so die Analysten. Das Papier verlor 3,5 %. Auch die Papiere von Lucent Technology und Nortel Networks gaben erneut ab.

Zu den schwächsten Sektoren gehörte die Netzwerk-Branche, geführt von Juniper Networks . Die Aktie verlor fast 10 %, nachdem die ABN Amro das Papier abgestuft hatte. Man bezweifelt, dass Juniper die Erwartungen im März erfüllen werde. Kritisch im Hinblick auf Quartalsergebnisse waren die Anleger auch bei den Software-Giganten Oracle und Adobe Systems. Beide Aktien verloren vor der am Abend anstehenden Quartalskonferenz mehr als 2 %.

Eastman Kodak unterdessen erfreute Anleger mit der Ankündigung, dass man die Quartalserwartungen erfüllen werden. Die Aktie ist mit einem Plus von 4,5 % stärkster Wert im Dow Jones, gefolgt von Caterpillar und International Paper.

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