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Wall Street unentschlossen

New Yorks wichtigste Aktienindizes präsentierten sich am Mittwoch unentschlossen. Nach einem leichten Handelsstart wechseln die Indizes mehrfach ihre Richtung.

Vor allem die Punktgewinne bei Broker- und Pharmawerten begrenzen die Verluste der Indizes. In den frühen Handelsminuten belasteten vor allem die Kursverluste der Technologiewerte den Markt. Die Sorge der Marktteilnehmer, eine weiterhin kränkelnde US-Konjunktur könnte dem Bereich weiterhin sinkende Unternehmensgewinne bescheren, beunruhigen die Anleger erneut. Der Dow Jones Index verliert 0,26 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Index büßt 0,67 Prozent ein.

Vor allem die Werte des Telekommunikationssektors geraten am Morgen unter Druck. Die Investitionen in den Bereich dürften im kommenden Jahr zum ersten Mal sinken, so die Analysten von Merrill Lynch. Der weltweite Umsatz des Mobilfunksektors dürfte im kommenden Jahr um fünf Prozent auf 40 Milliarden Dollar zurückgehen, so die Experten. Ursprünglich hatten die Analysten für denselben Zeitraum ein Umsatzwachstum von zehn Prozent erwartet. Die Aktien von Motorola, Nokia und Tellabs gehören am Morgen zu den am meisten gehandelten Papieren und verlieren an Wert. Die Aktie von Motorola büßt bereits im frühen Handel 4,5 Prozent ein. Der Mobiltelefonkonzern generiert rund ein Fünftel seines Umsatzes mit dem Absatz von Netzwerkzubehör. Die Aktien von Lucent Technologies, weltgrößter Hersteller von Telekommunikationszubehör, rutschen ebenfalls ins Minus. Das Papier von Texas Instruments notiert kurzzeitig im Plus, nachdem der Produzent von zwei Drittel aller weltweit verwandten Chips für Mobiltelefone die Umsatzprognosen für das dritte Quartal bestätigte. Texas Instruments rechnet im dritten Quartal mit einem Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gefragt sind am Morgen die Aktien des Pharmasektors.. Die Analysten von Goldman Sachs heben die Gewinnprognosen für Johnson & Johnson an und rechnen für das Jahr 2003 mit einer Ertragssteigerung von 16,6 Prozent. Johnson & Johnson hatte der Fachwelt erst am Dienstag eine neuartige Gefäßprothese präsentiert. Der Konkurrenz werde wenig Raum gelassen, ein noch besseres Produkt vorzustellen, so die Experten. Gleichzeitig reduzieren sie die Ertragsprognosen der Konkurrenten Guidant und Boston Scientific. Der Analyst von Goldman Sachs stuft Johnson & Johnson als "Market Outperformer" ein. Auch die Aktie von Merck legt an Wert zu.

Gute Nachrichten treiben auch die Aktie von Biotechnologieunternehmen Genentech ins Plus. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat der Marktzulassung von Cathflo Activase, einem Medikament zur Behandlung von Thrombose, zugestimmt.

Freundlich tendieren die Aktien des Brokersektors. Die Analysten von UBS Warburg stufen die Titel von Lehman Brothers, Goldman Sachs und Merrill Lynch und Morgan Stanley von "halten" auf "kaufen". Zwar sei das Marktumfeld des Sektors nach wie vor schwach, doch erwarten die Experten eine Erholung im vierten Quartal. Die Analysten reduzieren zwar die Geschäftsprognosen für die Unternehmen, halten es aber für einen guten Zeitpunkt nun einzusteigen.

Unter Druck geraten zur Wochenmitte auch die Aktien des Automobilsektors. General Motors, Ford und DaimlerChrysler verzeichnen für den Monat August drastische Rückgänge. Die drei Konzerne büßten zugunsten ihrer Konkurrenten aus Übersee 3,7 Prozent ihres Marktanteils auf 59,8 Prozent ein. Am stärksten ist Chrysler betroffen: Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte die Daimler-Tochter 24 Prozent weniger Wagen absetzen. Bei Ford gingen die August-Verkäufe nun um 8,4 Prozent zurück, bei General Motors um 7,6 Prozent. Und der Abwärtstrend soll anhalten: Analysten rechnen damit, dass US-weit bis Jahresende insgesamt nur 16,1 Millionen Autos verkauft werden - im Vorjahr waren es 17,5 Millionen. Die Werte notieren schwächer.

Ebenfalls im Minus tendiert die Aktie von Wal-Mart. Der Einzelhandelskonzern wird in seinen Filialen bis Mitte Oktober keine Visa-Karten als Zahlungsmittel akzeptieren. Damit protestiert die größte Einzelhandelskette der Welt gegen die "unverschämt" hohen Visa-Gebühren.

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