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Wall Street: Unsicherheit am Markt drückt die Kurse

In den ersten Handelsminuten können sich die US-Märkte noch nicht auf eine Marschrichtung einigen.

NEW YORK. Der Dow Jones Index eröffnete im Plus, der technologie-orientierte Nasdaq Index im Minus, beide kreuzten die Null-Linie mehrfach. Gegen 16.30 Uhr geben beide Indizes nach. Das Börsenbarometer der dreißig US-Standartwerte verliert 33 Punkte, der Nasdaq notiert mit 23 Zählern in die Verlustzone.

Die Marktschwankungen sind nur ein weiteres Zeichen dafür, wie unsicher die Händler vier Wochen nach den Terror-Attacken gegen Amerika und drei Tage nach Beginn der Vergeltungsschläge gegen das Taliban-Regime noch sind. Am Dienstagmorgen überwiegen erneut schlechte Nachrichten. Zum einen ermittelt das FBI nun doch verstärkt in Sachen Milzbrand. Einer der Patienten, deren Erkrankung Ende vergangener Woche bekannt geworden war, ist in Florida gestorben. Die Bundespolizei FBI schließt einen Terror-Hintergrund entgegen erster Dementi nicht mehr aus. Der Milzbrand-Erreger ist in dem Kampfgas Anthrax zu finden.

Auch die Nachrichten von Unternehmensseite stützen den Handel nicht. Motorola wird am Abend Quartalsprognosen vorlegen, und die Analysten mehrerer Brokerhäuser erwarten eine Gewinnwarnung. Das Papier des Mobilfunk-Riesen hat in den vergangenen zwölf Monaten gut dreißig Prozent verloren, und Marktbeobachter rechnen damit, dass auch im vierten Quartal die Analysten-Schätzungen nicht erreicht werden können. Motorola verliert in den ertsen Minuten des New Yorker Handels etwas mehr als ein Prozent.

Auch von Ford kommt am Morgen nichts Gutes: Der Automobilkonzern wird wohl am 11. Oktober die Dividende senken. Davon gehen zumindest die Analysten von Goldman Sachs aus. Statt der erwarteten 1,20 Dollar pro Aktie werden wohl nur 80 Cents ausgezahlt. Ford wirke damit aber, so Goldman Sachs, weniger dem konjunkturellen Abschwung entgegen, sondern reagiere auf eine Verschlechterung seiner Marktpositionierung. Der US-Autokonzern verliert zunehmend Marktanteile, die Ertragslage im LKW-Bereich hat nachgelassen und der Wettbewerbskampf ist deutlich härter geworden. Das Papier verliert ein halbes Prozent.

Zu den marktstützenden Sektoren dürften im Laufe des Tages erneut die Ölfirmen und - nach Montagseinbrüchen - die Finanzdienstleister gehören. Ölförderer und-Vertreiber notieren im frühen Handel allesamt im Plus. Den Finanzsektor treibt unter anderem eine Meldung von First Data. Der größte US-Kreditkartenservice hat im vergangenen Quartal alle Erwartungen übertroffen. "Ob schwache Konjunktur oder nicht, wir entwickeln uns zur bargeldlosen Gesellschaft", meinen Analysten. First Datas Tochtergesellschaft Western Union konnte auf dem Sektor des internationalen Zahlungsverkehrs seine Marktführer-Position ausbauen. Die Aktie von First Data legt im morgendlichen Handel über acht Prozent zu.

Weitere Gewinne fährt am Dienstag auch Viisage ein. Der Hersteller von Sicherheits-Systemen hat einen Großauftrag an Land gezogen, das Unternehmen wird ein erstes Personenerkennungssystem an einem nicht genannten US-Flughafen installieren. Das Viisage-Papier hat seit den Attacken vom 11. September über 550 Prozent an Wert zugelegt, im frühen Handel gehört es erneut zu den heißesten Werten und legt gut sieben Prozent zu. Die Konkurrenten hingegen, darunter Visionix und Invision, geben am Morgen nach.

Behauptet zeigen sich die meisten Big Caps. Dell und Sun Microsystems machen am Morgen Boden gut. Software-Gigant Microsoft und die Aktien des Chip-Sektors geben in den ersten Handelsminuten an Wert ab.

Auf den Biotech-Sektor werden Händler heute ein Auge werfen. Einer der größten Wachstumsmärkte der letzten Wochen notiert auch am Dienstagmorgen in der Gewinnzone. Die Papiere von Myriad gewinnen zur Stunde zwölf Prozent, Cell Pathways legt gar um fast zwanzig Prozent zu, nachdem das Unternehmen Erfolge in der Leukämie-Forschung bekannt gegeben hat.

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