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Wall Street: US-Märkte am Mittag weiter im Minus

Die Wall Street steht am Dienstag unter Druck. Der Dow Jones notiert zur Mittagsstunde mit einem Minus von 112 Punkten oder 1,1 Prozent im roten Bereich - die 10.000-Punkte-Grenze ist vorerst wieder in weite Ferne gerückt. Die technologie-orientierte Nasdaq handelt mit einem Verlust von 21 Punkten oder 1,1 Prozent.

Eine halbe Stunde nach Marktöffnung wurde das Verbrauchervertrauen veröffentlicht, der erneut gefallen ist. Die Marktforschungsgruppe der Regierung, die den Index monatlich ermittelt, hat bekannt gegeben, der Index sei von 85,5 Zählern im Oktober auf 82,3 Zähler im November zurückgegangen. Damit ist der Index sechs Monate in Folge gefallen und notiert auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren. Die Wall Street hatte eine wesentlich optimistischere Konsensschätzung abgegeben; Analysten hatten mit einem Plus von einem halben Punkt gerechnet. Auf lange Sicht ist der Markt allerdings nach wie vor optimistisch: Das Vertrauen in eine Verbesserung der Situation, ein früher Indikator für den Index im nächsten Monat, ist um vier Zähler gestiegen.

Microsoft ist am Mittag einer der großen Verlierer. Die Aktie hatte mit leichten Verlusten eröffnet und bricht nun um drei Prozent ein. Der Staatsanwalt von Connecticut hat erklärt, der Bundesstaat werde sich der Einigung des Softwarekonzerns mit der Regierung nicht anschließen und wolle weiter klagen. Ende letzter Woche hatte Microsoft mit den klagenden Staaten einen Deal ausgearbeitet, nachdem das Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar in Computer und Software für Schulen in unterprivilegierten Gegenden investiert hätte. Eine Anhörung läuft zur Stunde, eine Einigung ist nun nicht sehr wahrscheinlich.

Nach frühen Verlusten erholt sich die Aktie von Intel am Morgen. Der Chiphersteller, der schon am Montag nach positiven Unternehmensmeldungen Gewinne hatte einfahren können, legt auch am Dienstag leicht zu. Auf einer Analystenkonferenz bestätigt das Unternehmen die Gewinnaussichten für das laufende Quartal und stützt so den Kurs.

Jeweils um fünf Prozent geben am Mittag die Papiere von Yahoo und Amazon ab. Beide Unternehmen hatten am Montag deutlich zugelegt, nachdem sie überraschend hohe Umsätze am ersten vorweihnachtlichen Einkaufswochenende gemeldet hatten. Wenig berauschend scheinen die Verkäufe hingegen bei der Multimarkt-Kette K-Mart zu laufen. Das Unternehmen hat in den letzten drei Monaten einen Verlust von 25 Cents pro Aktie hinnehmen müssen. Das ist immerhin zwei Cents weniger Verlust als die Analysten erwartet hatten. Die Aktie von K-Mart verliert am Morgen dennoch fünf Prozent. Die Branche notiert im Mittel mit 1,5 Prozent im Minus.

In der Verlustzone steht auch der Spielzeugriese Hasbro. Der Hersteller des (vor allem in Kriegszeiten) beliebten Plastik-Marine G.I. Joe wird Aktien-Anleihen in Höhe von 200 Millionen Dollar ausgeben, um mit dem Erlös Schulden zu tilgen. Weitere Anleihen auszugeben behält sich das Unternehmen vor, wenn sich ausreichend Nachfrage abzeichnet. Fast vier Prozent gibt die Hasbro-Aktie nach. Auch Disney verliert zunächst. Um 1,7 Prozent rutscht der Entertainmentriese, nachdem ein Brokerhaus die Kreditsituation des Unternehmens von "stabil" auf "negativ" abgewertet hat.

America Online, die Internet-Sparte des Medienriesen AOL Time Warner, stützt mit zwei Meldungen am Morgen die Kurse zweier Tech-Werte. Mit dem Telekommunikationsprovider Sprint hat America Online einen Multi-Millionen-Dollar-Deal geschlossen, nachdem Sprint der exklusive Anbieter von Telefongesprächen über die AOL Internet-Dienste ist. Sprint legt leicht zu. Vom Kommunikationsausrüster Level Three Communications übernimmt AOL Netze und Leitungen. Das Papier klettert um 18 Prozent.

Dass Rakesh Gangwal, CEO von US Airways, das Unternehmen verlässt, stimmt die Anleger nicht eben positiv. Die Aktie der Fluggsesellschaft gibt mehr als sechs Prozent nach und ist am Mittag schwächster Wert im Airline-Sektor.

Das Energie-Sorgenkind Enron verliert erneut drei Prozent, obwohl der übernahmewillige Energiekonzern Dynegy die Verhandlungen mit dem Management des gebeutelten Konkurrenten wieder aufgenommen hat. Nachdem Enron zuletzt unerwartet Schulden und Altlasten aufgedeckt hatte, war eine Übernahme zunächst unwahrscheinlich geworden. Jetzt wird über einen geringeren Übernahmepreis verhandelt. Bis zu vierzig Prozent weniger will Dynegy zahlen, die Übernahme von Enron soll das Unternehmen demnach noch etwa fünf Milliarden Dollar kosten.

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