Wall Street
US-Märkte eröffnen erneut mit Verlusten

Die beiden wichtigsten US-Indizes gehen zur Wochenmitte geschwächt in den Handel. Der Dow Jones verliert eine halbe Stunde nach Handelsstart 94 Punkte oder ein Prozent. Das Standardbarometer ist nun schon zweimal knapp vor der 10 000-Grenze eingebrochen. Sollte der Index weiter abprallen, droht die psychologisch interessante Grenze zur technischen Barriere zu werden. Der technologieorientierte Nasdaq Index liegt mit 21 Zählern oder 1,2 % im Minus.

NEW YORK. Am New Yorker Nachmittag wird die Federal Reserve das "Beige Book" veröffentlichen. Der Gesamtüberblick über die US-Ökonomie verspricht nicht wirklich neue Daten, dient Händlern aber zunehmend als Indikator für die nächsten Wochen. Zumal das "Beige Book" Grundlage der nächsten Notenbanksitzung am 11. Dezember ist, in der über eine mögliche letzte Zinssenkung in diesem Jahr entschieden wird.

Größter Verlierer im Dow Jones Index ist am Morgen die Aktie von General Electric . Der Multi rechnet mit einem Gewinnrückgang im Bereich Energiesysteme. Außerdem werden im kommenden Jahr höhere Rentenzahlungen anstehen als bisher erwartet. Die Analysten von J.P.Morgan stimmt das nachdenklich, sie korrigieren die Ergebniserwartungen für GE nach unten.

Ebenfalls auf der Verliererseite notiert Boeing . Das Unternehmen leidet unter der anhaltenden Schwäche im Bereich der zivilen und kommerziellen Luftfahrt. Das Management denkt darüber nach, diesen Bereich intern abzuwerten und sich wieder mehr als Rüstungskonzern zu profilieren. Die Aktie verliert am Morgen zwei Prozent.

Technologiewerte im Mittelpunkt

Ansonsten sind die Augen der Händler vor allem auf die Techwerte gerichtet. In Arizona geht die Tech-Konferenz der Credit Suisse First Boston weiter. Am Mittwoch werden Kommentare von Dell und Ciena erwartet. Der Netzwerkgigant ist mit einem Plus von 96 Prozent in den letzten zwei Monaten einer der besten Performer an der Nasdaq. Ciena notiert zur Stunde mit 0,7 % im Plus, Dell verliert 0,7 %.

Auch die übrigen Big Caps starten im roten Bereich. Intel verliert 2 % nachdem eine Zeitung in Taiwan kritische Kommentare über die Auslieferung des neuen Pentium 4 Chips abgibt. Der steigenden Nachfrage käme der Chip-Gigant nicht nach, heißt es. Microsoft steht eine halbe Stunde vor Marktöffnung mit 0,8 % im roten Terrain. Nach wie vor ist das Kartellrechtsverfahren nicht ausgestanden. Widerstand gegen eine gütliche Einigung des Softwarekonzerns mit der Regierung kommt von einzelnen Bundesstaaten und Konkurrenten. Vor allem Apple sieht in der Initiative Microsofts, Schulen in unterprivilegierten Regionen mit Computern und Software auszustatten einen weiteren Versuch, seine Vormachtstellung am Markt auszubauen. Apple verliert 1,3 %.

Nexell Therapeutics auf dem Weg zum Tagessieger

Texas Instruments verliert 2,3 %, obwohl das Unternehmen am Abend positive Kommentare abgegeben hat. Der größte Hersteller von Chips für die Mobilfunkindustrie wird eigenen Angaben zufolge die Prognosen im vierten Quartal erfüllen. Zwei Drittel aller Handys werden zur Zeit mit Chips von Texas Instruments bestückt. Gegenüber dem dritten Quartal dürften die Verkaufszahlen aufgrund des allgemeinen Nachfragerückgangs allerdings um 10 % fallen.

Der weltgrößte Hersteller von medizinischen Geräten und Herzschrittmachern, Medtronic , gehört mit einem Plus von 1,8 % zu den wenigen Gewinnern am Morgen. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 78 % verbucht. Mit 349 Mill. $ oder 29 Cents pro Aktie bewegt sich das Ergebnis im Rahmen der Analystenschätzungen. Die Analysten der Bank of America finden das "ein respektables Ergebnis".

Auch Biotech-Werte stehen auf der Gewinnerseite. Auf bestem Weg, Tagessieger zu werden, liegt das Papier von Nexell Therapeutics, das 257 % zulegt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat einem Medikament des Unternehmens den Orphan-Status zuerkannt, unter dem die letzte Testreihe an Patienten in Krankenhäusern möglich ist. Üblicherweise ist dies der letzte Schritt vor der Marktzulassung. Das Unternehmen Cytogen hat sich seinerseits einer Forschungsgruppe angeschlossen, die bereits gewonnene Erkenntnisse teilen und gemeinsam an neuen Medikamenten forschen will. Das Papier gewinnt 16 Prozent.

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