Archiv
Wall Street: Vor Handelsstart herrscht gute Stimmung

Am Morgen tendieren die US-Märkte freundlich, und an der Wall Street zeichnet sich ein erfreulich Trend ab: Wenn nämlich auch große Gewinne ausbleiben, so scheint sich der Markt zum ersten Mal nach den Terror-Angriffen auf Amerika zu stabilisieren. Schon am Montag hatten beide großen Indizes morgendliche Verluste schnell wieder wett gemacht, der Dow Jones war zum Wochenauftakt gar mit leichten Gewinnen aus dem Handel gekommen.

NEW YORK. Der Nasdaq notiert weiter über der magischen Marke von 1695 Punkten, dem letzten Stand vor den Attacken. Die Futures zeigen eine halbe Stunde vor Handelsbeginn ins Plus. Der S & P 500 mit fast fünf Punkten Punkten, der Nasdaq mit 13 Punkten.

Erneut werden im Dienstagshandel - wie auch für den Rest der Woche - zwei Faktoren das Geschehen auf dem Parkett bestimmen. Zum einen die moderate Unsicherheit in Bezug auf die Anthrax-Fälle in New York und Washington sowie die weitere Entwicklung des Krieges in Afghanistan.

Viel wichtiger aber dürften, und das freut die Händler, mittlerweile wieder die Unternehmensmeldungen sein. Fünf Wochen nach dem 11. September haben die Unternehmen die Ertragssaison eröffnet. Allein in dieser Woche geben 180 Unternehmen aus dem Pool des S & P 500 ihre Geschäftsergebnisse bekannt. Und mit einem gewissen Abstand zu den Ereignissen haben Management und Analysten ihre Prognosen revidiert und scheinen ein etwas weniger verschommenes Bild von der konjunkturellen Entwicklung der nächsten Wochen und Monate zeichnen zu wollen.

Wenig überraschend sind die positiven Meldungen, die am Morgen aus dem Pharma- und Biotechsektor kommen. Kaum ein Sektor konnte von der Krise derart profitieren wie die Hersteller von Medikamenten und Tests. Pharmariese Johnson & Johnson konnte die Gewinne im abgelaufenen Quartal um 16 Prozent steigern. Das Unternehmen hat, überwiegend mit lange eingeführten, verschreibungspflichtigen Medikamenten 1,53 Milliarden Dollar eingenommen, was einem Gewinn von 49 Cents pro Aktie entspricht. Das Papier von Johnson & Johnson ging am Montag mit einem Wert von 55,72 Dollar aus dem Handel und notiert nahe seines 52-Wochen-Hochs. Im vorbörslichen Handel legt die Aktie noch einmal über zwei Prozent zu.

Auch Biogen wartet am Morgen mit guten Nachrichten auf, allerdings haben die nicht mit den September-Attacken zu tun. Biogens Gewinne kletterten aufgrund des guten Verkaufs des Multiple Sklerose-Mittels Avonex. Biogens Quartalsgewinn liegt bei 70 Millionen Dollar oder 46 Cents pro Aktie, im Vorjahresquartal waren es noch 68 Millionen Dollar Gewinn oder 44 Cents pro Aktie. Biogen gewinnt im Vorhandel ein halbes Prozent, andere Titel der Branche legen ebenfalls zu, darunter Immucor, Genzyme und Immunogen, die auf der Anthraxwelle zwischen 15 und 30 Prozent gewinnen.

Zu den stärksten Sektoren der letzten Tage gehören die Finanzdienstleister, das heißt die Banken und Kreditinstitue. American Express legt kräftig zu seit eine Richterin MasterCard und Visa auferlegt hat, Banken von wettbewerbseinschränkenden Auflagen zu befreien und Karten der Konkurrenz zu akzeptieren. Neben American Express dürfte am Dienstag Weels Fargo hoch gehandelt werden. Die fünfgrößte Bank der USA hat den Gewinn im dritten Quartal um 42 Prozent gesteigert und weist ein Plus von 67 Cents pro Anteil aus.

Eine Erholung könnte es für die Chip- und Halbleiterwerte geben. Nach den Montagsverlusten - Analysten sehen den Sektor weitere drei Quartale schwach - sieht es vor der Glocke schon ein wenig besser aus. Die großen Titel eröffnen leicht im Plus. Chiptechnologie-Hersteller Rambus, der die neuen Intel-Chips mitentwickelt hat, wird am Dienstag Abend Quartalsergebnisse bekannt geben. Händler sind optimistisch, das Papier legt vorbörslich über zwanzig Prozent an Wert zu.

Abwärts geht es hingegen für den Chiptechniker Novellus. Das Unternehmen musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Obwohl Novellus die revidierten Erwartungen einhalten kann, sind die Anleger enttäuscht. Das Papier verliert vorbörslich 11 Prozent und könnte im Dienstagshandel auf den Sektor drücken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%