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Wall Street vor Schluss knapp über 10.000 Punkte

Der Blue-Chip-Index Dow Jones stand mit 10.026 Punkten um 0,54 Prozent über dem Vortagesschluss. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index lag knapp im Minus bei 1973 Zählern.

Reuters NEW YORK. Die New Yorker Aktienbörsen haben Donnerstag knapp eine Stunde vor Börsenschluss etwas fester tendiert. Die Anleger orientierten sich an positiven Vorgaben aus dem Ausland wie etwa der Aktie des Telekommunikations-Konzerns Nokia und der Entwicklung an der Tokioter Börse. Dass Nokia doch nicht die befürchtete Gewinnwarnung ausgesprochen habe, habe den Anlegern wieder etwas Mut gemacht, erklärten Händler. Doch im Verlauf der Sitzung nahmen die skeptischen Stimmen zu. Nokia habe zwar keine Gewinnwarnung ausgesprochen, dafür aber die Umsatzerwartungen nach unten korrigiert, hieß es weiter.

Der Blue-Chip-Index Dow Jones stand mit 10.026 Punkten um 0,54 Prozent über dem Vortagesschluss. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index lag knapp im Minus bei 1973 Zählern. Die Aktivität der Anleger halte sich in Grenzen, sagten Händler. Die Zahl der Aktien mit Kursgewinnen war zuletzt leicht höher als die der Kursverlierer. Von einer Rally könne aber beileibe keine Rede sein, sagte ein Händler. "Wir hatten nach einem großen Kurssturz wie gestern den Umschwung versucht," sagte Larry Rice, Investmentstratege bei Josephthal Lyon & Ross. Es sei bislang ein nervöser Versuch, fügte er hinzu. Die in den USA gehandelten Titel der finnischen Nokia zeigten einen Gewinn von 13 Prozent.

An der Technologiebörse Nasdaq würden sich die Anleger, so ein Händler, aus den Trümmern des jüngsten Kurssturzes die interessanten Teile heraussuchen. Cisco konnten gut zwei Prozent auf 20-3/4 Dollar zulegen, wobei das Jahreshoch von 82 Dollar noch in weiter Ferne lag. Der Telecom-Index der American Stock Exchange stieg um 1,88 Prozent.

Unter den Standardwerten verbesserten sich IBM um mehr als ein Prozent. Microsoft waren ebenfalls um gut ein Prozent fester. Fester notierten auch die Finanzwerte, die noch vor kurzen stark unter Druck standen. Es war befürchtet worden, dass die möglichen Probleme japanischer Finanzinstitute auch jenseits der japanischen Grenzen Wirkung zeigen könnten. Citigroup konnten fast vier Prozent hinzugewinnen. American Express verbesserten sich ebenfalls um mehr als drei Prozent.

Die anstehende "dreifache Hexenstunde" am Freitag verlieh nach Händlerangaben den Aktien ebenfalls Auftrieb. Am Freitag laufen Optionen, Index-Optionen und Futures-Kontrakte aus, und es ist mit einem volatilen Marktverlauf zu rechnen. Im Blickfeld der Investoren befand sich weiterhin die kommende Zins-Sitzung der US-Notenbank Fed. Viele Anleger rechneten mit einer erneuten Zinssenkung, hieß es. Dabei sei nur offen, wie aggressiv das Fed gegen die Konjunkturverlangsamung vorgehen wolle, sagte ein Händler. Manche Anleger würden auf eine Zinssenkung um 75 Basispunkte spekulieren und hätten im Hinblick darauf nun auch Aktien gekauft, sagte ein Händler. Doch, dass das Fed um mehr als 50 Basispunkte senken werde, sei wenig wahrscheinlich. Ob der Markt schon den Boden gefunden habe, bleibe wirklich abzuwarten, sagte ein Fonds Manager.

Der S&P Index, der gemessen an den Hochständen 20 Prozent zuletzt verloren hat, komme langsam in den Bereich eines Bären-Marktes, sagte ein Händler. Ein Research-Experte sprach von "noch mehr Schmerz und Tränen", die es zu ertragen gelte, bevor der Markt nach oben drehen dürfte.

Das US-Leistungsbilanzdefizit kletterte unterdessen im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordhoch. Volkswirte hatten die ungleichgewichtig hohe Importnachfrage der USA wiederholt kritisiert und als eine der größten Gefahren für die Volkswirtschaft bezeichnet. Auch die amerikanische Notenbank hatte sich mehrfach besorgt über das Defizit geäußert.

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