Archiv
Wall Street Wahnsinn: Dow schließt über 10.000, Nasdaq über 2.000

Was für ein Tag an der Wall Street. Optimistische Kommentare von allen Seiten trieben die beiden großen US-Indizes in lange nicht gesehene Höhen. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 220 Punkten oder 2,2 Prozent mit 10114 Punkten - und damit zum ersten Mal seit Anfang September fünfstellig. Die Nasdaq legte 84 Punkte oder 4,3 Prozent zu und ging bei 2046 Punkten aus dem Handel, dem höchsten Stand seit Anfang August.

Die beiden Indizes haben nicht nur psychologisch wichtige Grenzen durchbrochen, sondern auch nahe ihren Tageshöchstständen geschlossen. Dazu war das Handelsvolumen deutlich stärker als in den letzten Wochen. Das lässt auf weitere Gewinne am Donnerstag hoffen.

Nachrichten die den Markt pushten kamen unter anderem von Finanzminister Paul O?Neill. Der sagt, das konjunkturelle Bild habe sich gebessert und deute auf eine Erholung hin. Zwar müsse das angedachte Wirtschaftsförderpakets noch genehmigt werden, dann könne die Wirtschaft jedoch eine Wachstumsrate von drei bis 3,5 Prozent erreichen, was dem Arbeitsmarkt zugute käme. Eine konjunkturelle Erholung zeichnet sich auch im Dienstleistungsbereich ab. Der nationale Einkäuferindex (exklusive der verarbeitenden Industrie) stieg auf 51,4 Punkte. Ein Index über 50 Punkten signalisiert Wachstum.

Ausgegangen war die Rally von den Unternehmen der Technologiebranchen. Die Netzwerk-Provider und Chiphersteller haben seit ihren jüngsten Tiefstständen um die 70 Prozent gewonnen. Software- und Hardwarefirmen kletterten in der gleichen Periode um mehr als 60 Prozent. Am Mittwoch allein legte die Chipbranche mehr als acht Prozent zu. Samsung und Hynic, zwei führende südkoreanische Hersteller, haben bei den PC-Herstellern eine Anhebung der Verkaufspreise von DRAM Chips um 20 Prozent durchsetzen können. Branchengewinner sind Micron, Texas Instruments und Applied Micro Devices, deren Papiere um fast neun Prozent klettern.

Software-Hersteller profitierten unter anderem vom guten Prognosen aus dem Hause Oracle. Das Management erwartet Wachstum für 2002, die Aktie legt 11,5 Prozent zu. Den Hardware-Sektor stützt Goldman Sachs? Tech-Analystin Laura Conigliari: Ein Besuch bei Sun Microsystems, sagt sie, bestätige ihre branchenweit positive Einschätzung. Sie sehe eine Stabilisierung auf dem US-Markt. Sun Microsystems gewann 5,4 Prozent. Die PC-Bauer Compaq und Gateway schlossen mit etwa sieben Prozent im Plus.

Aktien von AOL Time Warner erholten sich von einem frühen Schrecken. Nachdem CEO Gerald Levin seinen Rücktritt angekündigt hatte, waren die Aktien zunächst ins Minus gerutscht. Händler vertrauen dem geachteten Visionär Levin aber nun, wenn dieser sagt: "Die Fusion von AOL und Time Warner läuft seit fast einem Jahr hervorragend, und wir haben ein ausgezeichnetes Management-Team. Der Zeitpunkt ist gekommen, eine neue Führungsspitze zu installieren." Papiere von AOL Time Warner legen 3,2 Prozent zu.

Doch nicht allein auf Tech-Werte konzentrierten sich die Händler zur Wochenmitte. Nach der Zusage Russlands, die Ölfördermenge nun doch um 150.000 Barrel pro Tag zurückzufahren, und einem konzessiven Ja aus Norwegen ist zu erwarten, dass die Opec-Länder ihre Fördermengen ab Januar drosseln. Der Ölpreis steigt, die Öl-fördernden Unternehmen und die Plattformbetreiber legen im Branchenmittel fast drei Prozent zu.

Die Unternehmen, die im Dow Jones Index gelistet sind, gingen fast komplett mit Zugewinnen aus dem Handel. Die Aktie von Walt Disney legt am 100. Geburtstag des großen Zeichners mehr als neun Prozent zu und ist Tagessieger im Standardindex. Finanzvorstand Thomas Staggs sagt auf der Medienkonferenz der UBS Warburg, die Preise für Schaltungen seien wieder robust. Laut Staggs gebe es keinen Grund an der anfangs angepeilten Gewinnverdoppelung bei dem TV-Sender ABC Family zu zweifeln.

Mit Gewinnen von jeweils mehr als vier Prozent stützten Papiere von Alcoa, JP Morgan Chase, Home Depot, Caterpillar, IBM und Intel den Standardindex. Auf der Verliererseite schlossen lediglich die Aktien von Johnson & Johnson, AT&T, Merck und Philip .

Mit gesenktem Kopf und einem Minus von mehr als fünf Prozent ging Ford aus dem Mittwochshandel. Das Unternehmen hatte am Morgen eine deutlich härtere Ertragswarnung ausgesprochen hat als selbst pessimistische Analysten erwartet hatten. Die Konkurrenz zeigt sich stärker: General Motors gewann 2,7 Prozent, DaimlerChrysler drei Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%