Wall Street: Warten auf Ford und Greenspan lähmt den Handel

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Wall Street: Warten auf Ford und Greenspan lähmt den Handel

Die Wall Street ist einen flachen Handel gestartet. In den ersten Handelsminuten wechseln nur wenige Aktien den Besitzer, die beiden großen US-Indizes notieren leicht im Plus. Der Dow Jones legt 14 Punkte zu, die Nasdaq gewinnt 10 Punkte.

Zwei Männer düften den Handel zum Wochenschluss dominieren. Zum einen Alan Greenspan. Der Chef der US-Notenbank wird am Mittag in San Francisco vor den CEOs von 250 Unternehmen sprechen, viele davon aus dem Tech-Bereich. An der Wall Street erwartet man vom Notenbankchef Hinweise auf eine Stabilisierung der Konjunktur und eventuelle weitere Zinssenkungen in der Fed-Sitzung Ende dieses Monats. Gibt es nach einem Jahr mit zehn Zinssenkungen keine weiteren Abschläge, werten Investoren das als Zeichen für eine Erholung des Marktes. Allerdings rechnen die Wall Street Analysten mehrheitlich mit einer weiteren Senkung des Leitsatzes um 25 Basispunkte. "Die Krise ist noch nicht ausgestanden", warnt Jack Beroudjian, Präsident von Commerz Futures, am Morgen. "Es gibt noch Spielraum für einen viertel Punkt."

Ebenfalls im Mittelpunkt des Marktinteresses steht am Morgen Bill Ford Jr., der seit 10 Wochen Chef des zweitgrößten Automobilherstellers ist. Er hat am Morgen den Restrukturierungsplan für Ford bekannt gegeben. Danach wird das Unternehmen 35.000 Mitarbeiter entlassen, fünf Werke schließen und vier Modelle streichen. Die Produktion wird in der Folge von 5,7 Millionen auf 4,8 Millionen Autos im Jahr heruntergefahren. Außerdem wird das Unternehmen die Cash-Dividende erneut um 33 Prozent auf 10 Cent senken, nachdem man sie bereits im letzten Jahr um die Hälfte gekürzt hatte. Die Ford.-Aktie ist am frühen Morgen vom Handel ausgesetzt, hat aber bereits vorbörslich 2,5 Prozent verloren. Konkurrent und Branchenführer General Motors notiert mit 0,6 Prozent im Minus, die Aktie von DaimlerChrysler legt etwa ein Prozent zu.

Mit einem Plus von mehr als fünf Prozent in den ersten Handelsminuten fällt der Buch-Riese Borders auf. Der nach Barnes & Noble zweitgrößte Buchhändler in den USA hat seine Gewinnerwartungen für das vierte Quartal um etwa zehn Cent heraufgesetzt. Man rechnet mit einem Anteilsplus zwischen 1,31 Dollar und 1,34, der Konsens der Analysten hatte bislang auf 1,24 Dollar Gewinn pro Aktie gelautet.

Des weiteren machen erneut die Tech-Werte von sich reden. Mit Ausnahme von Cisco handeln die Big Caps an der Nasdaq im grünen Bereich. Cisco wird in der nächsten Woche Titelthema in der Business Week sein. Und trotz optimistischer Kommentare von CEO-Chef John Chambers, wonach das Unternehmen um jährlich 30 Prozent wachsen könnte, sollen die Nachrichten nicht allzu gut sein. Die Business Week hinterfragt kritisch die aggressive Buchhaltung von Cisco, die Ergebnisse beschönige. Die Aktie von Cisco verliert 2,5 Prozent.

Etwa ein Prozent im Plus steht das Papier von Intel . Dan Niles, Tech-Analyst von Lehman Brothers, hat seine Gewinnerwartungen an Intel erhöht und rechnet zudem mit einem Investitionsaufwand beim weltgrößten Chip-Hersteller von sieben Millionen Dollar statt der bislang veranschlagten sechs Millionen Dollar. Niles rechnet für die vergangenen drei Monate mit einem Anteilsplus von zwölf Cent, zwei Cent mehr als bisher. Niles empfiehlt allerdings Gewinnmitnahmen vor der Quartalskonferenz am 15. Januar.

Um mehr als zwei Prozent verbessert sich die Aktie von Dell . Die Analysten von Merrill Lynch äußern sich positiv über den Computerbauer. Sie erwarten, dass das Unternehmen die Quartalserwartungen für die letzten drei Monate schlagen wird, da sich die PC-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft dramatisch verbessert hätten. Merrill Lynch bestätigt die Empfehlung "aggressiv kaufen" für Dell.

Unterstützung für die Tech-Werte, im Speziellen für die Chipbranche, kommt auch von Rambus . Mehr als acht Prozent gewinnt die Aktie, nachdem das Unternehmen, das unter anderem die Chips für Intel designed, ein Anteilsplus von sechs Cent pro Aktie gemeldet hat. Damit schlägt man die Analystenerwartungen um zwei Cent.

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