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Wall Street: Warten auf Ford und Greenspan lähmt den Handel

Am frühen New Yorker Morgen deutet erneut nichts auf einen aufregenden Handelsauftakt an der Wall Street hin. Die Futures notieren nahe der Null-Linie - die Nasdaq dabei mit leicht schwächerer Tendenz, Dow Jones und S&P 500 mit minimal positivem Ausschlag.

Schon am Donnerstag hatte die Wall Street wenig Elan gezeigt. Beide großen Indizes waren die meiste Zeit über bei schwachem Handelsvolumen in der Verlustzone gedümpelt. Die Nasdaq schloss dennoch einem Plus von zwei Pünktchen, der Dow gab 26 Zähler ab.

Die Wall Street wartet auf eine Rede von Alan Greenspan, der sich am Mittag in San Francisco zur Konjunktur äußern will. Investoren erwarten vom Notenbankchef Hinweise auf eine Stabilisierung der Konjunktur und eventuelle weitere Zinssenkungen in der Fed-Sitzung Ende dieses Monats. Gibt es nach einem Jahr mit zehn Zinssenkungen keine weiteren Abschläge, werten Investoren das als Zeichen für eine Erholung des Marktes. Allerdings rechnen die Wall Street Analysten mehrheitlich mit einer weiteren Senkung des Leitsatzes um 25 Basispunkte. "Die Krise ist noch nicht ausgestanden", warnt Jack Beroudjian, Präsident von Commerz Futures, "es gibt noch Spielraum für einen viertel Punkt."

Eine erste Enttäuschung kam am Morgen bereits aus dem konjunkturellen Umfeld. Die Produzentenpreise sind im Dezember um 0,7 Prozent gefallen. Die Basisrate, also die Produzentenpreise ohne Lebensmittel- und Energiebranche, ist um 0,1 Prozent gefallen. Der Markt hatte mit einem leichten Wachstum um 0,1 Prozent gerechnet.

Fast genauso wichtig wie die Greenspan-Rede wird die Entscheidung bei Ford sein, ob man sich von 20.000 Mitarbeitern trennen wird. Weitere Massenentlassungen dürften nicht nur der Ford-Aktie und dem Automobilbereich schaden, sondern auch dem restlichen Markt einen Dämpfer versetzen. Eine Entscheidung aus Detroit wird 15 Minuten vor Marktöffnung erwartet. Bereits gestern hatten die Analysten der UBS Warburg den Titel auf "reduzieren" abgestuft; sie fürchten, dass die Aktie unter 14 Dollar fallen könnte. Am frühen Morgen handelt die Ford-Aktie mit einem halben Prozent im Minus auf 15,20 Dollar.

Des weiteren machen erneut die Tech-Werte von sich reden. Intel handelt mit einem halben Prozent im Plus. Dan Niles, Tech-Analyst von Lehman Brothers, hat seine Gewinnerwartungen an Intel erhöht und rechnet zudem mit einem Investitionsaufwand beim weltgrößten Chip-Hersteller von sieben Millionen Dollar statt der bislang veranschlagten sechs Millionen Dollar. Niles rechnet für die vergangenen drei Monate mit einem Anteilsplus von zwölf Cent, zwei Cent mehr als bisher. Allerdings hält Niles die Intel-Aktie für sehr hoch bewertet und rät zu Gewinnmitnahmen im Rahmen der Quartalskonferenz am 15. Januar.

Der Computerhersteller Dell ist das zweite Unternehmen aus der Riege der Big Caps, das den Handel im grünen Bereich beginnen könnte. Mit 1,9 Prozent notiert das Papier vorbörslich im Plus. Die Analysten von Merrill Lynch äußern sich positiv über das Unternehmen; sie erwarten, dass das Unternehmen die Quartalserwartungen für die letzten drei Monate schlagen wird, da sich die PC-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft dramatisch verbessert hätten. Merrill Lynch bestätigt die Empfehlung "aggressiv kaufen" für Dell.

Unterstützung für die Tech-Werte, im Speziellen für die Chipbranche, kommt vom Rambus. Das Unternehmen, das unter anderem die Chips für Intel designed, meldete gestern nach Börsenschluss Quartalsergebnisse. Mit einem Anteilsplus von sechs Cent pro Aktie konnte das Unternehmen die Analystenerwartungen um zwei Cent schlagen, die Aktie klettert vorbörslich um mehr als zehn Prozent ins Plus.

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