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Wall Street wartet auf Fed und PC-News

Es ist D-Day an der Wall Street, "Decision Day" - der Tag der Entscheidung. Am Mittag tagt in Washington die Notenbank Fed und berät über die künftige Konjunkturpolitik, gleichzeitig stimmen die Aktionäre von Hewlett-Packard und Compaq über ihren lange diskutierten Merger ab. Die Futures beginnen den Tag verhalten optimistisch.

Die US-Börsen hatten die Woche uneinheitlich begonnen: Bei schwachem Handelsvolumen und geringer Volatilität gaben die beiden großen Indizes frühe Gewinne schnell ab und verbrachten den Tag größtenteils im roten Terrain. Der Dow verlor 33 Punkte auf 10574 Punkte, die Nasdaq schloss mit 8 Zählern im Plus bei 1877 Punkten.

Von der Fed erwarten Analysten keine Veränderung der aktuellen Zinspolitik. Nach wie vor notiert der Leitsatz auf einem 40-Jahres-Tief von 1,75 %, daran soll sich nach Meinung der meisten Marktbeobachter auch nichts ändern. Viel wichtiger wird sein, wie Greenspan und Kollegen die wirtschaftliche Lage der Nation betrachten: Die meisten Analysten erwarten optimistische Töne und eine ausgewogene Einschätzung der konjunkturellen Risiken zwischen Schwäche und Inflation.

So sehr man am Dienstag ins Silicon Valley blickt, wo Hewlett-Packard und Compaq PC-Geschichte schreiben könnten - oder auch nicht -, ein Ergebnis wird erst in einigen Tagen erwartet, da die Stimmen der Aktionäre von Hand ausgezählt werden. Die Papiere beider Unternehmen notieren vorbörslich leicht im Plus.

Auf Unternehmensseite gibt es am Dienstagmorgen Nachrichten aus dem Brokersektor. Goldman Sachs meldet das vierte Quartal in Folge einen Gewinnrückgang, allerdings schlägt das Brokerhaus mit einem Anteilsplus von 98 Cent die noch schwächeren Erwartungen der Analysten deutlich. Der schwache Aktienmarkt, in dem zuletzt kaum Erstnotierungen und Merger stattfanden, habe das Ergebnis erneut geschwächt, heißt es.

Die Bank of America blickt für die Brokerhäuser unterdessen optimistisch in die Zukunft. Einige kurzfristige Indikatoren deuten darauf hin, dass die Branche im Laufe dieses Jahres zulegen werde. Beste Aktie sei das Papier von Merrill Lynch , das die Anlysten auf "aggressiv kaufen" setzen, Goldman Sachs empfiehlt man zu "kaufen".

Zu den Verlierern dürfte am Morgen das Papier von Tyco gehören. Der Mischkonzern, der zuletzt durch überraschende Akquisitionen und später durch angebliche Bilanzungereimtheiten im Stile von Enron Schlagzeilen gemacht hat, soll laut Wall Street Journal Probleme mit Tochterunternehmen haben. Diese wollen von Tyco schneller ausbezahlt werden, um ihren Cash Flow zu verbessern.

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