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Wall Street weiterhin im freien Fall

Die Wall Street reagierte am Freitag extrem angeschlagen auf die Arbeitsmarktdaten. Der Dow Jones Index schloss mit einem Minus von 2,4 Prozent nahe der Tagestiefstände auf 9605 Punkten.

Der Nasdaq Index schaffte während des Handelstages zwar zweimal kurzzeitig den Sprung ins positive Terrain. Doch für ein Indexplus zum Wochenschluss reichte es bei weitem nicht. Das Börsenbarometer ging mit einem Minus von 1,05 Prozent auf 1687 Zähler aus dem Handel.

Die Besorgnis der Börsianer ist begründet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in den USA im August mit 4,9 Prozent nicht nur stärker als erwartet, sondern auch auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Das verarbeitende Gewerbe entließ im August doppelt so viele Arbeitskräfte wie im Juli. Nun droht möglicherweise eine der tragenden Säulen der US-Wirtschaft wegzubrechen: die Verbraucherausgaben. Eine geringe Zuversicht in die Erholung der Wirtschaft und steigende Arbeitslosenzahlen dürften die baldige Erholung der US-Wirtschaft deutlich erschweren. Sinkende Unternehmensgewinne und ein damit zunehmend angeschlagener Aktienmarkt wären die Folge.

Vor allem die Einzelhandelsaktien gerieten durch die Sorge sinkender Konsumausgaben am Freitag ins Trudeln. Das Papier von Home Depot büßte fast sechs Prozent auf 40,95 Dollar ein, die Aktie von Wal-Mart verlor 2,34 Prozent auf 46,22 Dollar. Dem Titel von Circuit City schadeten die enttäuschenden Umsatzzahlen des zweiten Quartals. Die zweitgrößte US-Elektrokette erwirtschaftete in den Filialen, die bereits seit über einem Jahr geöffnet sind, geringere Einnahem als Analysten erwartet hatten. Die Aktie verlor über 21,70 Prozent an Wert und schloss auf 12,70 Dollar.

Auch die Aktien des Pharma- und Mediensektors gehörten zum Wochenschluss zu den größten Verlierern. Neben Johnson & Johnson geriet auch Pfizer unter Druck. Weltweit seien nach der Einnahme von Pfizers Potenzmittel Viagra rund 1000 Patienten gestorben, lauten die Anschuldigungen gegen den Pharmakonzern. Die Aktie fiel 3,7 Prozent auf 37 Dollar.

Der weiterhin schwache Aktienmarkt und die zunehmend kränkelnde US-Wirtschaft könnten einige Kreditnehmer in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Die Angst vor einer steigenden Anzahl fauler Kredite belastet die Aktien der Finanzinstitute. Der Titel der Citigroup notierte 1,43 Prozent schwächer auf 43,42 Dollar. Wells Fargo und Bank of New York gaben ebenfalls Punkte ab.

Der Titel von Boeing belastet den Dow Jones Index nach pessimistischen Analystenkommentaren von Morgan Stanley Dean Witter. Die Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass die Anzahl der Aufträge des Luftfahrtunternehmens in den kommenden Quartalen steigen wird. Boeing fiel 7,5 Prozent auf 45,18 Dollar.

Für leichten Ausgleich konnten die Kursgewinne der Chipwerte nur in der ersten Handelshälfte sorgen. Denn dann drehten auch viele dieser Aktien in die Verlustzone. Micron Technologies, Texas Instruments und Altera schlossen ebenso wie Intel im Minus. Der weltgrößte Chiphersteller werde im dritten Quartal einen Umsatz zwischen 6,2 und 6,5 Milliarden Dollar erwirtschaften, sagte das Management am Donnerstagabend. Damit könnte der Chipkonzern die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 6,41 Milliarden Dollar sogar übertreffen. Anleger deuten Intels bestätigte Prognosen als Zeichen, dass es um die Nachfrage nach Heimcomputern und um die Preise für Chips doch nicht so schlecht bestellt ist.

Auch die Analysten scheinen zufrieden. "Die Nachrichten waren ausgesprochen gut, vor allem, wenn man bedenkt, wie schlecht Investoren auf Intel zu sprechen sind", so Terry Ragsdale von Goldman Sachs. Intel wird von Goldman Sachs zum Kauf empfohlen. Die Aktie von Intel verlor dennoch bis zum Handelsschluss 0,8 Prozent auf 25,90 Dollar. Neben Intel gehörte auch die Aktie von Cisco Systems zu einer der am meisten gehandelten Aktien und drehte in der zweiten Handelshälfte ins Minus. Das Papier verlor 0,28 Prozent auf 14,36 Dollar. Das Papier von Softwaregigant Microsoft verbuchte einen Kursverlust von 1,11 Prozent auf 55,40 Dollar.

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