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Wall Street: Wenig Aktivität vor Fed-Sitzung

Erneut war nicht viel los an der Wall Street; für die US-Börsen begann die neue Handelswoche mit schwachem Volumen. Die beiden großen Indizes gaben frühe Gewinne schnell ab und verbrachten den Tag größtenteils im roten Terrain. Der Dow verlor 33 Punkte auf 10574 Punkte, die Nasdaq schloss mit 8 Zählern im Plus bei 1877 Punkten.

Nach zuletzt uneinheitlichen Daten aus dem konjunkturellen Umfeld, fehlte Anlegern einen Tag vor der Sitzung der Notenbank das Kaufvertrauen. Am Dienstagmittag (Ortszeit) wird der Offenmarktausschuss der Fed seine aktuelle Einschätzung zur Konjunktur offenbaren. Analysten hoffen auf optimistische Töne, erwarten aber noch keine Anhebung der Zinsen, die nach wie vor auf dem 40-Jahres-Tief von 1,75 % liegen. Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass die Leitsätze erst im Mai oder Juni angehoben werden.

Ebenfalls am Dienstag steht die Entscheidung in Sachen Hewlett-Packard und Compaq an. Die Aktionäre beider Unternehmen stimmen über den 21 Milliarden Dollar schweren Merger ab - ein Ergebnis wird aber erst Tage später vorliegen, wenn alle Stimmen per Hand ausgezählt sein werden. An der Wall Street hält man sich mit Prognosen zurück. In den letzten Wochen hatten sich Anleger und Anlegervertreter fast täglich höchst unterschiedlich zu der Fusion geäußert. Am Montag war die Aktie von Hewlett-Packard mit einem Plus von 1 % eine der stärksten Aktien im Dow, Papiere von Compaq gingen gut behauptet aus dem Handel.

Zu den wenigen Dow-Gewinnern gehörte auch Johnson & Johnson mit einem Plus von 0,3 %. Der Pharmakonzern legte erneut gute Ergebnisse aus klinischen Tests mit Antibiotika-beschichteten Gefäßprothesen vor. Analysten bescheinigen dem Konzern einen großen technischen Vorsprung vor der Konkurrenz.

Auf dem absteigenden Ast fuhren General Electric und Microsoft . Der Software-Riese steht erneut in Sachen Kartellrecht vor Gericht. Einige Bundesstaaten wehren sich noch immer gegen eine außergerichtliche Einigung und verlangen härtere Strafen für den Windows-Erfinder. Microsoft verlor 0,5 %. GE unterdessen bestätigte seine Aussichten für 2002 und 2003 und sagt, man gehe auch weiter von einem Gewinnwachstum von 18 % aus. Die Aktie verlor dennoch 0,6 %.

Uneinheitlich handelten die Big Caps, und auch Cisco musste frühe Gewinne im Handelsverlauf abgeben. Der Netzwerkriese schloss schwach behauptet, nachdem die Experten bei Lehman Brothers bekannt gegeben hatten, dass der Netzwerkriese kurz vor dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem Kommunikationsriesen Verizon stehe. Man erneuert die Empfehlung "aggressiv kaufen".

Ansonsten stand der Netzwerksektor unter dem Einfluss negativer Kommentare. JP Morgan und die CSFB reduzierten die Prognosen für die Quartalszahlen mit Blick auf geringe Investitionsausgaben der Kunden. Branchenschwergewicht Nortel Networks verlor 8 %, Tellabs, Juniper Networks und Ciena gaben bis zu 2,5 % ab.

Besser sah es für den Chipbereich aus. Aktien des Branchenriesen Intel verteuerten sich um 1,5 %,und auch zahlreiche Chip-Zulieferer wie Applied Materials und KLA-Tencor legten zu. Analysten erwarten gute Zahlen, wenn am Dienstagabend der "book-to-bill"-Report vorgelegt wird, der über das Verhältnis von Auftragseingängen und Auslieferungen in der Branche Auskunft gibt.

Größter Tagesgewinner an der Nasdaq war die Aktie von McAfee . Der Hersteller von Sicherheitsprogrammen legte um 25 % zu, nachdem bekannt geworden war, dass Network Appliances nun den verbleibenden Anteil an McAfee für rund 200 Millionen Dollar erwerben wolle. Für McAfee Aktionäre schließt der Kaufpreis einen 20 %-Aufschlag auf den Schlusskurs der vergangenen Woche. Network Associates verlor 1,8 %.

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