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Wall Street: Wenig Bewegung vor Arbeitsmarktbericht

Gewinnmitnahmen wurden erwartet und wären nicht ungewöhnlich gewesen. Sie hielten sich aber in Grenzen. Dow Jones und Nasdaq pendelten den ganzen Tag über um den Vortagesschlussstand mit leicht positiver Tendenz. Letztlich verlor der Dow Jones-Index moderate 16 Punkte auf 10098 Punkte. Die Nasdaq machte sieben Punkte gut und notierte zuletzt bei 2054 Punkten.

Die Meilensteine waren allerdings nicht in Gefahr. Die magischen Marken von 10 000 für den Dow und 2000 für die Nasdaq waren nicht einen Moment in Gefahr. Doch vor den Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden, setzte kaum ein Investor zum großen Sprung an. Die Arbeitslosenquote wird nach Expertenschätzungen von 5,4 auf 5,6 Prozent im November gestiegen sein.

Die Wirtschaftsdaten vom Donnerstag sind nicht gerade berauschend ausgefallen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind zwar gesunken, aber nicht im vom Markt prognostizierten Ausmaß. Die Produktivität ist zwar gestiegen, aber auch hier hatten sich die Börsianer mehr erhofft.

Das ungewöhnlich warme Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad in diesen Tagen nicht nur in New York brachte den Ölsektor in Bedrängnis. Heizkosten fallen deutlich, die Nachfrage nach Öl ist schwach. Auch in den kommenden Wochen soll es relativ mild Intel

und Sun Microsystems notierten in den Miesen. Die Aktien waren im Vorfeld eines Quartal-Updates schwächer. Nach Börsenschluss hat Intel die Umsatzaussichten für das laufende Quartal allerdings angehoben. Beide Papiere sind in den letzten Wochen um rund 80 Prozent gestiegen.

Der Einzelhandel gehörte zu den am meisten gebeutelten Branchen. Der Umsatz des weltweit größten Einzelhandelskonzerns, Wal-Mart , ist im letzten Monat gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent gestiegen. Analysten hatten höhere Wachstumsraten prognostiziert. Über Discountangebote konnte vor allem die Nachfrage nach Spielzeug, Elektronik- und Haushaltswaren gesteigert werden. Wal-Mart verlor 1,5 Prozent. Langsam werden auch die Gewinnwarnungen von Gap zur Gewohnheit. Wieder hat die größte Bekleidungskette in den USA eine schlechte Nachricht ausgesprochen. Das Management gab bekannt, dass der Umsatz im November um 14 Prozent eingebrochen ist. In Anbetracht dieser schlechten Entwicklung werde der Verlust im vierten Quartal die bisherige Schätzung übertreffen. Dennoch stieg das Papier um fast vier Prozent.

Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Merrill Lynch und dem Konsumgütergiganten Unilever kann als beendet betrachtet werden. Unilever warf Merrill Lynch vor, mit dem von dem Brokerhaus verwalteten Unternehmens-Pensionsfonds nicht die vereinbarten Performance-Ziele erreicht zu haben. Über den Zeitraum von 15 Monaten sei es den Fondsmanagern nicht gelungen, die Vergleichsindizes zu schlagen. Merrill Lynch hat sich nun bereit erklärt, umgerechnet rund 100 Millionen Dollar an den Lebensmittel- und Seifenkonzern zu zahlen.
Der Ausgang des Verfahrens war mit Spannung erwartet worden. Hätte das Gericht sich der Auffassung von Unilever angeschlossen, wäre mit weiteren Klagen enttäuschter Großanleger zu rechnen gewesen. Anleger atmeten auf und kauften die Aktien von Merrill Lynch. Auch andere Finanzwerte wie Citigroup und J. P. Morgan zogen im Dow an.

In Washington wird am Freitag Richterin Colleen Kollar-Kotelly über die für Microsoft heikle Frage entscheiden, ob Microsoft sein Flaggschiff Windows verändern muss. Im seit über drei Jahren laufenden Kartellverfahren bereiten mehrere Bundesstaaten einen Antrag vor, nach dem Microsoft das Windows-Betriebssystem modifizieren müsste. An erster Stelle steht die Forderung, den Internet-Explorer zu entfernen. Aber auch der Media Player und das E-Mail-Programm Outlook könnten im Gespräch sein. Das ewige Hin und Her lockt zurzeit auch keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Gelassen zeigten sich die Anleger und setzten die Software-Aktie auf die Kauflisten.

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