Wall Street wenig verändert - Atempause nach Gewinnen
Aktien in New York schliessen fest

Die Aktienmärkte in New York haben am Freitag trotz anhaltender Gewinnmitnahmen und unsicherer Konjunkturaussichten fest geschlossen. Nach dem Gongschlag an der Wall Street stand der Standardwerte-Index Dow Jones mit 0,21% im Plus bei 9 608,00 Punkten. Der breit angelegte S&P 500-Index kletterte gleichzeitig 0,16% auf 1 120,29 Punkte.

Reuters NEW YORK. Die US-Aktienmärkte haben am Freitag nach den jüngsten Kursgewinnen Händlern zufolge eine Atempause eingelegt und wenig verändert geschlossen. Die Anleger seien sich trotz der Leitzinssenkungen in den USA und in Europa in dieser Woche weiterhin uneins, ob diese Schritte ausreichten, um der Weltwirtschaft mehr Schwung zu geben, hieß es. Die jüngsten Gewinnwarnungen von großen US-Unternehmen wie Walt Disney und Heinz stünden zudem Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung im kommenden Jahr entgegen, sagten Händler. "Jeder erwartet schwache Bilanzen im dritten und vierten Quartal. Das sind keine neuen Nachrichten", sagte Richard Cripps, Chefmarktstratege bei Legg Mason Wood Walker.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,21 % im Plus auf 9608,00 Punkten. Damit erreichte der Index seinen höchsten Stand seit den Anschlägen in den USA vom 11. September. Der technologielastige Nasdaq-Index endete 0,04 % höher auf 1828,48 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,16 % auf 1120,31 Punkte hinzu.

Für Unterstützung sorgten nach Händlerangaben im Sitzungsverlauf Meldungen der Taliban-Gegner, sie hätten die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans erobert. "Die US-Investment-Psyche braucht dringend einen militärischen Sieg. Wenn die Dinge für unser Team ein bisschen besser laufen, zeigt sich das in den Aktienkursen", sagte Robert Stovall, Senior-Marktstratege bei Prudential Securities.

Belastet hätten auf der anderen Seite die Gewinnwarnungen des Medien- und Unterhaltungskonzerns Walt Disney und des Ketchup-Herstellers Heinz, sagten Händler. Walt-Disney-Aktien drehten jedoch im späten Geschäft ins Plus und schlossen 0,58 % höher auf 18,95 Dollar. Der Konzern hatte einen deutlichen Gewinnrückgang im vierten Quartal bekannt gegeben und für das erste Quartal einen Einbruch des operativen Gewinns angekündigt. Auch Heinz hatte seine Ertragsprognosen für das zweite Quartal zurückgenommen. Die Titel fielen im Verlauf 6,56 % auf 39,90 Dollar.

Energieaktien konnten dagegen deutlich zulegen, nachdem Russland eine Drosselung der Ölproduktion signalisiert hatte. Amerada Hess schlossen rund 4,6 % im Plus auf 61,86 Dollar. Conoco stiegen 5,72 % auf 26,98 Dollar.

Auch der Rückgang der Großhandelspreise habe die Stimmung am Markt gedrückt, sagten Händler. Die Anleger fragten sich, ob der Preisrückgang sich demnächst in den Unternehmensgewinnen niederschlagen werde. Gleichzeitig waren die Erzeugerpreise im Oktober 2001 stärker als von Volkswirten erwartet gesunken. "Die Leute machen sich über eine Deflation Sorgen", sagte James Volk, stellvertretender Leiter Institutioneller Handel bei D.A. Davidson and Co. Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Erzeugerpreise in den USA seien im Oktober 2001 im Vergleich zum Vormonat um 1,6 % und damit stärker als von Volkswirten erwartet gesunken. Die Experten hatten einen Rückgang der Erzeugerpreise um 0,4 % erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,1 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1592 Gewinner 1477 Verlierer, 251 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen nach Umsätzen von 1,5 Mrd. Aktien 1808 im Minus, 1725 im Plus und 344 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die 30-jährigen Bonds zuletzt 8/32 tiefer auf 107-21/32 und erbrachten eine Rendite von rund 4,88 %.

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