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Wall Street will freundlich starten

Vor dem Wochenende deuten die Futures an den US-Märkten auf einen freundlichen Handelsstart. Die Nasdaq steht vorbörslich mit zwölf Zählern im Plus, der breit gefächerte S&P 500 notiert vier Punkte höher.

NEW YORK. Die Wall Street hat in den letzten Wochen auf Unternehmensmeldungen - positiv wie negativ - äußerst empfindlich reagiert. So auch am Donnerstag, als zahlreiche Gewinnwarnungen und Entlassungen erneut zu Diskussionen darüber anregten, ob ein Ende der Rezession überhaupt absehbar sei. Nach schlechten Nachrichten von American Express , dem Versicherer Aetna sowie denn Technologiefirmen Lucent, Qwest, Ciena, Applied Materials und Advanced Micro Devices hatten Investoren massiv Geld aus dem Markt genommen. Der Dow Jones Index verlor bis zur Schlussglocke 131 Punkte oder 1,3 Prozent, die Nasdaq verlor 65 Punkte oder 3,2 Prozent. Damit notiert der Technologie-Index erneut unter der 2000-Punkte-Grenze, für den Dow Jones sind die "magischen 10.000" zunächst einmal wieder in weite Ferne gerückt.

Entwarnung kommt am frühen Morgen von Seiten der Regierung. Die sinkenden Preise für Nahrungsmittel und Energie glichen steigende Preise unter anderem auf dem Automobilmarkt aus und damit ist während der Rezession zumindest Inflation kein Problem, mit dem sich die US-Wirtschaft beschäftigen müsse. Der Index der Verbraucherpreise notiert im Vergleich zum Vormonat unverändert.

Am Freitagmorgen ist Oracle in aller Munde. Der Softwarehersteller hatte am Donnerstag nachbörslich ein Umsatzminus von elf Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, was nach einer Gewinnwarnung im November keine Überraschung war. Dass sich das Management langfristig positiv gibt und eine Erholung der Verkäufe schon in der ersten Jahreshälfte 2002 erwartet, macht Anlegern Mut - vorbörslich legt Oracle ein halbes Prozent zu.

Zu den meist gehandelten Aktien vor Handelseröffnung gehört das Papier von Bristol-Myers Squibb, und das legt ein Prozent zu. Dabei hatte das Management am Vorabend einen Ertragsrückgang um bis zu 6,6 Prozent angekündigt. Das Unternehmen verliert im nächsten Jahr den Patentschutz für sein Diabetes-Mittel Glucophage und muss mit starker Konkurrenz durch Generika rechnen. Glucophage ist das erfolgreichste Medikament in der Palette von Bristol-Myers Squibb und fährt jährlich 2 Mrd. $ Gewinn ein. Diese Einnahmen werden wohl um 80 % zurückgehen. Die Analysten von Lehman Brothers sehen in der Aktie dennoch einen "überdurchschnittlichen Marktperformer" - immerhin könne man in 2002 mit der FDA-Zulassung für drei neue Medikamente rechnen und sehe fünf weitere Medikamente in der Pipeline, für die in den nächsten zwölf Monaten Marktzulassung beantragt werden könnte.

Größter Verlierer an der Wall Street ist der Energieriese Calpine. Schon seit Tagen raunt man auf dem Parkett, die Unternehmensstruktur von Calpine sei der des gescheiterten Konkurrenten Enron ähnlich. Calpine distanzierte sich von dieser Interpretation. Am Freitagmorgen droht das Analystenhaus Moody?s, die Kreditwürdigkeit Clapines zu senken und das Unternehmen - wie zuvor Enron - auf "Junk"-Status zu setzen. 15 Prozent verliert die Aktie vor der Glocke.

Nachdem sich der Handel an der Nasdaq am Donnerstag um die Titel der Chip-, Netzwerk- und Telekommunikationsbranchen gedreht hat, ist am Freitag erneut Biotech gefragt. Am späten Donnerstagnachmittag hatte Amgen erklärt, man sei an einer Übernahme von Immunex interessiert. Der Deal soll 18 Milliarden Dollar schwer sein. Aktien von Immunex gewannen schon gestern mehr als zehn Prozent und legen am Morgen erneut 4,2 Prozent zu. Amgen gibt vorbörslich 3,2 Prozent ab.

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