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Wall Street will weiter Boden gutmachen

Die Wall Street hat einiges gutzumachen. Obwohl die beiden großen Indizes am Mittwoch deutlich zulegen konnten, fällt die Wochenbilanz noch negativ aus. Am Donnerstagmorgen deuten die Futures auf alle drei großen Indizes auf einen leicht freundlichen Handelsstart.

Am Mittwoch kletterte der Dow Jones um 144 Punkte oder 1,5 Prozent auf 9762 Punkte, die Nasdaq verbesserte sich um 20 Punkte oder 1,1 Prozent auf 1913 Punkte. Dabei waren es vor allem zwei Faktoren, die dem Handel nach dem Dienstags-Debakel Kraft gaben: Die US-Notenbank setzte keine weitere Zinssenkung durch und gab einen verhalten optimistischen Ausblick. Noch wichtiger war indes, dass sich die Aktie von Tyco aus ihren Tief rettete. Zwei Top-Manager hatten angekündigt, eine Million Aktien zu kaufen. Und nachdem sich auch die Scharfrichter von Standard & Poor?s hinter den Titel stellen und sagen, dass "alle Fragen zur Buchhaltung bei Tyco zu unserer Zufriedenheit geklärt wurden", fließt Vertrauen in den Markt zurück. Zuvor hatten Anleger von Tyco, aber auch vom Energieriesen Williams Cos , dem Biotech-Unternehmen Elan oder dem Telekommunikationskonzern WorldCom ihren Unternehmen den Rücken gekehrt, nachdem Gerüchte über Bilanz-Unstimmigkeiten die Angst vor einem neuen Enron nach sich gezogen hatten.

Nachdem nun wieder Vertrauen im Markt ist, helfen auch positive Quartalszahlen wieder. Am Morgen meldete Procter & Gamble einen Quartalsgewinn über den Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen, das Alltagsgüter wie Zahnpasta und die Pampers-Windeln herstellt, weist mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar ein Wachstum von 2 Prozent aus. Für das Jahr 2002 gibt man sich vorsichtig optimistisch: Nach einem noch verhaltenen ersten Quartal hofft man auf ein Gewinnwachstum von 4 bis 6 Prozent bis Jahresende.

Auch von Delta Airlines gibt es am Morgen Zahlen. Dass es den Fluggesellschaften seit September schlecht geht ist kein Geheimnis, und Zahlen sind daher Makulatur. Der drittgrößte US-Carrier weist einen Verlust von 486 Millionen Dollar im vierten Quartal aus, was einem Anteilsminus von 3,97 Dollar entspricht. Ohne das Airline-Hilfspaket der Regierung hätte Delta sogar 734 Million oder 5,98 Dollar pro Aktie verloren. Die Wall Street hatte mit einem etwas geringeren Verlust gerechnet, was den Markt angesichts der Airline-Krise aber nicht tangieren dürfte.

Doch nicht nur Quartalsmeldungen bewegen den Markt am Morgen. Meist gehandelte Aktie, und mit einem vorbörslichen Plus von 2,7 Prozent gut positioniert, ist das Papier von Intel . Die Analysten von Merrill Lynch stufen den Chipgiganten auf "aggressiv kaufen" auf und setzen ein neues Kursziel auf 42 Dollar, rund 30 Prozent über der aktuellen Notierung. Der neue "Northwood"-Chip verschaffe Intel neue Marktvorteile, hieß es, so dass das Unternehmen die beste Position gegenüber den Mitbewerbern seit 1999 einnehme.

Der Software-Hersteller Oracle sagt am Morgen, er habe dem Konkurrenten Siebel Systems einen Großauftrag vom Telekom-Riesen AT&T weggeschnappt. Oracle soll 20.000 Computer mit neuen Programmen ausstatten. Die Aktie legt vor der Glocke 2,5 Prozent zu, obwohl sich das Unternehmen auf einer Analystenkonferenz nicht eben von seiner Schokoladenseite präsentierte. Das Unternehmen hat zwar die Erwartungen für das laufende Quartal bestätigt, aber damit nur einen mageren Gewinn von 10 Cent je Aktie. Der Umsatz neuer Programme werde um 15 und 19 Prozent zurückgehen. Die Analysten von Lehman Brothers und Credit Suisse First Boston sind nicht zufrieden, allein Prudential Securities stuft die Aktie von "Halten" auf "Kaufen" auf.

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