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Wall Street zeigt sich optimistisch

Die Mehrheit der US-Aktienexperten rechnet fest damit, dass die US-Notenbank die Zinsen heute zum siebten Mal in diesem Jahr senken wird. Laut der Prognosen dürfte Notenbankhäuptling Alan Greenspan die US-Leitzinsen heute um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit sieben Jahren, reduzieren.

Zudem sorgt die

Hoffung auf Aussagen über mögliche weitere Zinssenkungen für positive Stimmung an den Märkten. Alan Greenspan wird sich im Rahmen der Zinsentscheidung auch über den Gesundheitszustand der US-Konjunktur äußern. Die Entscheidung der Notenbank wird für 20:15 Uhr MESZ erwartet.

Bei nach wie vor geringem Handelsvolumen können New Yorks wichtigste Börsenbarometer Punkte zulegen. Vor allem Computer- und Finanztitel gewinnen an Wert. Die Aktien der Unterhaltungs- und Pharmaindustrie zählen ebenfalls zu den gefragten Werten. Der Dow Jones Index gewinnt bis zur Mittagsstunde 0,4 Prozent. Das Barometer profitiert vor allem von Kursgewinnen bei 3M, International Paper und Citigroup. Der technologielastige Nasdaq Index klettert 0,5 Prozent in die Gewinnzone. Hier sind es besonders die Titel von Immunex, Microsoft und Oracle, die dem Index Rückenwind geben.

Bei Immunex sorgen positive Testergebnisse für frischen Wind. Enbrel, Immunex´ Mittel gegen rheumatische Arthritis, hat in sechsmonatigen klinischen Tests auch bei Patienten, die unter Schuppenflechte leiden, "beträchtliche" Linderung gezeigt, teilte Immunex mit. Die Nebeneffekte hielten sich in Grenzen und geben keinen Anlass zur Sorge. Immunex werde im Jahr 2002 mit Enbrel Umsätzen in Höhe von einer Milliarde Dollar erwirtschaften, prognostizieren die Analysten von Goldman Sachs. Die Aktie wird als "Market Outperformer" eingestuft. Das Papier legt um 7,6 Prozent zu.

Medtronic profitiert von erfreulichen Quartalszahlen. Die Analysten der Deutsche Banc Alex Brown erhöhen die Gewinnerwartungen für das Unternehmen. Das Papier legt um 3,8 Prozent zu.

Der Herzspezialist Guidant wird künftig mit dem kleinen privaten Unternehmen Cook kooperieren. Durch die Zusammenarbeit wird Guidant die Markteinführung speziellen Gefäßprothesen, die mit entzündungshemmenden Medikamenten umhüllen sind, voraussichtlich sechs Monate eher vornehmen können als geplant. Die Guidant-Prothesen werden in der Herzchirurgie verwendet. Die Aktie gewinnt elf Prozent.

Softwarehersteller Oracle notiert ebenfalls stärker, nachdem das Unternehmen ankündigte den Wettkampf mit Konkurrent Siebel Systems zu verstärken. Oracle notiert 2,4 Prozent stärker. Siebel Systems büßt dagegen 2,8 Prozent ein.

Schwach auf der Brust zeigt sich dagegen Agilent. Das Unternehmen spricht eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal aus und muss den Gürtel künftig noch einmal enger schnallen. Die schleppende Auftragslage macht dem Hersteller von elektronischen Testgeräten zu schaffen. Das Unternehmen wird nun 4000 Mitarbeiter und damit neun Prozent der Belegschaft entlassen. Durch den Stellenabbau werden im vierten Quartal zusätzliche Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar anfallen. Die Analysten von Lehman Brothers reduzieren die Erwartungen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Da nützen dem Unternehmen am Morgen auch die guten Quartalszahlen für das dritte Quartal nichts. Das Papier verliert 2,5 Prozent.

Ebenfalls schwächer notieren die Aktien von Staples. Die zweitgrößte US-Büroartikelkette musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang auf 40,4 Millionen Dollar verbuchen. Zwar konnte Staples die Gewinnerwartungen der Experten damit schlagen, blieb aber mit dem Ergebnis um 2,6 Millionen hinter dem des Vorjahres zurück. Die Aktie büßt 4,8 Prozent ein.

Stärker notiert dagegen die Aktie von Lucent Technologies. Der finanziell angeschlagene Telekommausrüster lädt zur Analystenkonferenz. Bei der Veranstaltung werden vor allem die Pläne zur Kostenreduzierung im Mittelpunkt stehen. Lucent hatte angekündigt, bis zu 20.000 Jobs zu streichen. Durch diese drastische Maßnahme dürften bis zu zwei Milliarden Dollar Kosten gespart werden. In der vergangenen Woche konnte Lucent zumindest aus finanzieller Sicht vorübergehend aufatmen. Die Gläubiger von Lucent Technologies hatten sich bereit erklärt, die Bedingungen für die Kreditlinien in Höhe von vier Milliarden Dollar zu lockern. Das Papier gewinnt drei Prozent.

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