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Wall Street zum Wochenschluss im Plus

Die US-Konjunktur kühlt weiter ab. Der am Morgen veröffentlichte Nationale Einkaufs-Manager-Index bestätigt es erneut. Statt auf den erwarteten Wert von 48 fiel der Indikator sogar auf 47,7. Damit ist die Produktion des verarbeitenden Gewerbes in den USA im vergangenen Monat zum vierten Mal in Folge gesunken. Produktionskürzungen bei den Autoherstellern, die weltweit abflauende Nachfrage und die Folgen der sechsmaligen Zinserhöhung in diesem Jahr sind die Ursachen für diese Entwicklung. Anleger und Investoren hoffen nun erneut auf baldige Zinssenkungen.

Es besteht kein Zweifel. Nachdem erneut Indikatoren auf das abschwachende Wirtschaftswachstum hindeuten, besteht für die US-Notenbank Handlungsbedarf, die US-Konjunktur vor einer harten Landung zu bewahren und wieder für gesundes Wirtschaftswachstum zu sorgen. Die Finanztitel konnten im frühen Handel zunächst von dem Trend profitieren. Sinkende Zinsen machen die Leistungen der Institute für Investoren wieder interessant. Citibank und American Express rutschten nach anfänglichen Gewinnen zur Mittagsstunde jedoch in die Verlustzone.



Im Plus halten konnte sich dagegen Compaq. Der Computerhersteller will Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zurückkaufen. Nachdem die Aktie seit August rund 30 Prozent ihres Wertes verloren hat, legte sie bis zur Stunde rund zwölf Prozent zu.



DaimlerCrysler muss im frühen Handel Kursverluste hinnehmen, befindet sich jedoch jetzt wieder auf dem aufsteigenden Ast. Nachdem die Umsatzzahlen im vergangenen Monat enttäuschend ausfielen, entschied sich der Konzern dazu, die Produktion zu drosseln. Bis Weihnachten sollen nun mehrere Werke in den USA und Kanada vorrübergehend geschlossen werden. Nachdem die geplagten Anleger innerhalb einer Woche zweite schlechte Nachricht verkraften hatten, ging es für den Wert wider aufwärts. Vergangene Woche hatte einer der Großaktionäre von Crysler gegen die Fusion von Daimler geklagt und die Aktie damit unter Druck gesetzt.



PepsiCo

verliert an Wert, nachdem der zweitgrößte Getränkehersteller der Welt erneut mit Quaker Oats über eine mögliche Übernahme verhandelt. PepsiCo will den Hersteller von Gatorade für 13,7 Milliarden Dollar kaufen. Damit liegt das Kaufangebot leicht unter der ersten Kaufofferte vom November. Coca-Cola und die Danone Gruppe, die sich ebenfalls um den Lebensmittelhersteller bemüht hatten, waren nach anfänglichen Verhandlungen abgesprungen.



Raus aus den Technologieaktien, rein in die Pharmawerte. Das war das Motto der vergangenen Tage. Nachdem Merck und Johnson & Johnson als defensive Werte noch gestern von der trüben Stimmung auf dem High-Tech-Sektor profitierten, führen sie heute die Verliererliste der Dow Werte an. UBS Warburg stufte darüber hinaus zwei Werte ab. Pharmacia und Schering seien laut Analysten bereits gut gelaufen. Die Experten stufen die Aktien von "aggressive kaufen" auf "kaufen" ab.



Trotz guter Nachrichten verliert Pfizer ebenfalls an Wert. Am heutigen Welt-AIDS-Tag gab der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt bekannt, künftig das Medikament Difluncan kostenlos nach Südafrika zu liefern. Für insgesamt 50 Millionen Dollar soll das Anti-AIDS-Medikament für zunächst zwei Jahre in diese Region geliefert werden. Die Zusage kommt nach der Forderung von südafrikanischen AIDS-Bürgerrechtlern, dass Pfizer das weltweit am besten verkaufte Medikament auch den Menschen in der dritten Welt zugänglich machen muss. Die kostenlose Behandlung soll vor allem Mitgliedern der Gesundheitsversicherung zu Gute kommen. Pfizer Präsident Henry McKinnell gab bekannt, dass weitere Anstrengungen unternommen werden, um auch mit anderen Afrikanischen Staaten Abkommen zu unterzeichnen. Momentan gehen Schätzungen davon aus, dass allein dieses Jahr 3,8 Millionen Neuinfektionen auf dem Kontinent zu verzeichnen sind.

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