Walldorfer Softwarehaus setzt mit mySAP.com Standards im Internetgeschäft
Berenberg rät zum Kauf von SAP-Aktien

Die Analysten setzen ein Kursziel von 330 Euro.

ras HAMBURG. Die Berenberg Bank empfiehlt, die Aktie des Softwareherstellers SAP langfristig zu kaufen und setzt ein Kursziel von 330 Euro. Analyst Hartmuth Höhn rechnet damit, dass sich das Unternehmen künftig stärker als bisher im Internet engagiert. Dieser Richtungswechsel der Firmenstrategie wird nach Einschätzung des Analysten "positive Effekte auf die Rohertragsmargen" haben.

SAP ist offenbar auf dem besten Wege, an goldene Zeiten anzuknüpfen und wieder zum Börsenliebling zu werden. "SAP hat es geschafft sich zu einem Softwareanbieter zu wandeln, der wieder Standards setzt", meint Höhn gegenüber Handelsblatt.com. Dem Analysten zufolge hat das Unternehmen eindrucksvoll Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Im letzten Jahr hatten Marktbeobachter dem Walldorfer Softwarehaus vorgeworfen, den Internetboom zu verschlafen und über keine tragfähige Strategie fürs Internetzeitalter zu verfügen.

Diese Einschätzung hat sich mit Einführung von "mySAP.com" schlagartig geändert. "Das Unternehmen hat mit mySAP.com eine elegante Lösung gefunden, auf die Anforderungen der New Economy zu reagieren, und neues Wachstumspotenzial erschlossen", meint Berenberg-Analyst Höhn. Bei mySAP.com handelt es sich um ein Softwarepaket für Unternehmen, das - im Gegensatz zu den bisherigen SAP-Produkten - auf Internettechnologien basiert. Nach Angaben der Berenberg Bank ist SAP als bisher einzige Firma in der Lage, die komplette Wertschöpfungskette für webbasierte Unternehmenssoftware abzudecken.

Die Geschäfte mit dieser internetgestützten Software laufen derzeit blendend. So kletterte der Anteil von mySAP.com am gesamten Softwareerlös des Unternehmens im zweiten Quartal 2000 auf 47 %. Im vierten Quartal 1999 hatte der Umsatz bei 16 % gelegen, im ersten Quartal 2000 bei 22  %. Vor allem in den USA ist mySAP.com erfolgreich. Dort sehen die Analysten auch "extreme Wachstumspotenziale".

SAP ist mit einem Anteil von 36 % Marktführer bei Unternehmenssoftware und damit das weltweit viertgrößte unabhängige Softwarehaus. Hauptbetätigungsfeld von SAP war bisher Enterprise Resource Planning Software (EPR) mit dem Aushängeschild SAP R/3, einem Standardmodul, mit dem Unternehmen zum Beispiel betriebliche Abläufe verwalten und optimieren können.

Größtes Pfund, mit dem SAP wuchern kann, ist nach Einschätzung von Analysten der breite Kundenstamm, der nach Angaben des Hamburger Bankhauses bei über 12 500 liegt. Als "überragend" bewertet Berenberg auch das "technologische Know-how" der 5 900 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Analyst Hartmuth Höhn bescheinigte dem Walldorfer Sofwarehaus eine "hohe technologische Innovationsfähigkeit und gute Managementkapazitäten".

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