Walter sieht Umsatz- und Gewinneinbruch
Schleifmaschinenbauer in der Konjunkturflaute

Der Tübinger Maschinenbauer Walter AG erwartet im Jahr nach der Übernahme durch die schwedische Sandvik einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Wegen der schwachen Investitionsgüterkonjunktur werde der Umsatz des Herstellers von Schleifmaschinen 2002 um zwölf bis 15 Prozent zurückgehen und das Ergebnis noch stärker schrumpfen, sagte der scheidende Vorstandschef und ehemalige Großaktionär Franco Mambretti am Mittwoch in Stuttgart.

reuters STUTTGART. Der 67 Jahre alte Mambretti macht im Juni nach 37 Jahren im Vorstand von Walter Platz für seinen Vorstandskollegen Peter Witteczek, der bisher für die Division Werkzeuge zuständig war. Sandvik hatte im Dezember von der Familie Mambretti deren Aktienpaket von 60,2 Prozent übernommen und den Anteil im März auf 76,8 Prozent aufgestockt.

Trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr sollen die Aktionäre nur eine marginal auf 0,90 von 0,89 Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten, wie Walter mitteilte. So stieg der Jahresüberschuss wegen einer niedrigere Steuerquote um über 54 Prozent auf 22,5 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 17 Prozent auf 38,1 Millionen Euro. Beim Umsatz legte Walter um zehn Prozent auf 267,15 Millionen Euro zu.

Im ersten Quartal 2002 habe die Zurückhaltung der Kunden vor allem in den USA durchgeschlagen, sagte ein Sprecher. Der Umsatz schrumpfte um 15,1 Prozent auf 62,4 Millionen Euro, die Aufträge gingen sogar um 21,7 Prozent zurück. Mambretti hatte eigenen Angaben zufolge an Sandvik verkauft, nachdem in der Familie kein Nachfolger zu finden war. Über ein Übernahmeangebot des skandinavischen Stahl- und Maschinenbauers für die übrigen Aktien wisse Walter nichts, sagte der Sprecher. "Die hüllen sich da in Schweigen."

Ende März hatte Walter den Kleinwerteindex SDax verlassen. Mambretti wechselt im Juni in den Aufsichtsrat, in den als zweiter Sandvik-Vertreter Sven Göran Berter einrücken soll. Die bisherigen Aufsichtsräte Norbert Kloten und Johann Randl treten zur Hauptversammlung am 11. Juni zurück.

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