Wanderzirkus im Regierungsviertel
Viel Bewegung für Ulla

Was den Spitzen der großen Koalition bei der Gesundheitsreform noch gewaltiges Kopfzerbrechen bereitet, hat SPD-Ministerin Ulla Schmidt mit ihrem Ressort an einem einzigen Wochenende geschafft: Die Große Koalition lässt zwei Ministerien umziehen.

BERLIN. Mehr Transparenz soll die Operation bringen. Das System auf eine solide Finanzierungsbasis stellen. Und mehr Steuergelder mobilisieren. Was den Spitzen der großen Koalition bei der Gesundheitsreform noch gewaltiges Kopfzerbrechen bereitet, hat SPD-Ministerin Ulla Schmidt mit ihrem Ressort an einem einzigen Wochenende geschafft: Große Fenster statt dunkler Gänge prägen das neue Domizil der 200 Ministerialbeamten an der Berliner Friedrichstraße. Im Parterre des Dienstsitzes offeriert eine Volksbank-Filiale günstige Kredite. Und weil das moderne Bürogebäude nicht dem Bund gehört, darf sich auch der Steuerzahler an den Mietkosten beteiligen.

Gut gelaunt enthüllte Schmidt gestern das Amtsschild des Gesundheitsministeriums. Dabei hatte sie ihr bisheriges Büro in dem historischen Palais an der Wilhelmstraße nicht freiwillig geräumt. Kein Geringerer als SPD-Vizekanzler Franz Müntefering möchte sich dort nämlich breitmachen. Anfang Juni steht der Umzug an: Dann werden 240 Beamte des Arbeits- und Sozialministeriums aus der Mohren- und Scharnhorststraße in die Räume des bisherigen Gesundheitsministerium einrücken.

Von Stillstand in der großen Koalition kann also keine Rede sein. Und zumindest die vom Bund beauftragte Umzugsfirma mit ihren gelben Lastwagen freut sich über den Wanderzirkus im Regierungsviertel. Sie profitiert von einer Spätfolge des Koalitionsvertrages: Im vorigen Herbst hatten Union und SPD vereinbart, das erst 2002 entstandene Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wieder in zwei Teile zu zerlegen. CSU-Mann Michael Glos (CSU) behielt die Wirtschaft und den repräsentativen Prachtbau an der Scharnhorststraße. Münteferings Mannen durften vorübergehend an ihren alten Schreibtischen bleiben. Zugleich sicherte sich Müntefering die für Soziales und Rente zuständigen Abteilungen des Gesundheitsministeriums. Sein Ressort muss der Vizekanzler bislang provisorisch aus dem Büro der Patientenbeauftragten steuern.

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