Warnstreik der Piloten ist beendet
Lufthansa lahmt

Warnstreiks von Piloten der Lufthansa auf nahezu allen deutschen Flughäfen haben am Mittwochmorgen zu erheblichen Störungen des Flugbetriebs geführt. Es sei mit Beeinträchtigungen bis in die Nacht zu rechnen, sagte ein Vertreter der Pilotenvereinigung Cockpit.

afp/vwd FRANKFURT. Der Warnstreik bei der deutschen Lufthansa AG, Frankfurt/Köln, zu dem die Vereinigung Cockpit (VC) für diesen Mittwoch aufgerufen hatte, ist beendet, teilte Lufthansa mit. Im Laufe des Tages rechnet die Fluggesellschaft wieder mit einer Normalisierung des Flugbetriebs. Insgesamt sind rund 100 Flüge ausgefallen, etwa 15 000 Passagiere waren davon betroffen. Mehr als 200 Piloten und Copiloten seien in den Austand getreten, sagte ein Cockpit-Sprecher. Die Streiks wurden um 9.00 beendet, allerdings mussten die Reisenden mit weiteren Verspätungen rechnen. Besonders stark betroffen waren der Frankfurter Airport mit 23 Ausfällen, München und Düsseldorf mit jeweils 14, Hamburg mit 9 und der Flughafen Berlin-Tegel mit 7 Streichungen.

Lufthansa - Intraday-Chart

Da es bis zum Abend noch zum Teil erhebliche Behinderungen und auch noch vereinzelte Flugausfälle geben könne, empfahl der Sprecher den Reisenden "dort, wo es Sinn macht" weiter auf die Bahn umzusteigen. Die Flüge der Condor seien ausnahmslos auf nach 09.00 Uhr verschoben worden. Ausfälle werde es hier nicht geben. Mit Verspätungen sei aber "bis in die Nacht" zu rechnen, betonte ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. Er empfahl den Fluggästen, trotzdem zum geplanten Termin am Flughafen zu erscheinen.

Die Pilotenvereinigung Cockpit zeigte sich mit dem Verlauf des Warnstreiks sehr zufrieden. "Besser kann es gar nicht laufen", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Mit Ausnahme der so genannten "Management-Piloten" mit außertariflichen Verträgen hätten sich sämtliche Mitglieder an den Streiks beteiligt.

Trotz der Flugausfälle und Behinderungen war die Lage an allen Flughäfen "erstaunlich ruhig», wie der Lufthansa-Sprecher weiter betonte. Es seien «überraschend wenig Passagiere» zu den Flügen erschienen. Offensichtlich hätten viele die Angebote genutzt, bereits im Vorfeld umzubuchen oder mit ihrem Flugticket auf die Bahn umzusteigen. Sämtliche Langstreckenflüge seien zudem wie angekündigt durchgeführt worden. Auch die mitteldeutschen Flughäfen waren von den Warnstreiks kaum betroffen. Auf den Airports Leipzig/Halle und Dresden fiel den Angaben zufolge lediglich je ein Flug aus. Ansonsten sei der Flugbetrieb normal verlaufen.

Durch die Arbeitsniederlegung wollte die Pilotenvereinigung in den festgefahrenen Tarifverhandlungen ein annehmbares Angebot erzwingen. Cockpit fordert für die 4 200 Mitglieder insgesamt bis zu 35 Prozent mehr Gehalt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%