Warnstreiks am Dienstag
Ost-Metall-Tarifverhandlungen abgebrochen

In der ostdeutschen Metallindustrie stehen die Zeichen auf Streik. Die Tarifgespräche zur Einführung der 35-Stunden- Woche für die rund 310 000 Beschäftigten wurden am Montag nach gut sechs Stunden in Potsdam abgebrochen. Wenn sich die Arbeitgeber bis zum 20. Mai nicht bereit erklärten, über einen Zeitplan zur Arbeitszeitverkürzung zu verhandeln, könne die Tarifkommission das Scheitern beschließen und es werde zur Urabstimmung kommen, sagte Hasso Düvel von der IG Metall.

HB/dpa POTSDAM. "Wir wollen Verbindlichkeit und akzeptieren viele Elemente, die die Arbeitgeber vorgeschlagen haben. Aber die Arbeitgeber wollen es unverbindlich halten", beschrieb Düvel die Situation. Anfangs habe es gut für eine Einigung ausgesehen, doch dann hätten die Arbeitgeber starr auf ihren Positionen beharrt. Eine Fortsetzung der Verhandlungen sei nur "auf Zuruf" vereinbart - für den Fall, dass sich die Arbeitgeber doch noch auf eine verbindliche Lösung einlassen. Für Dienstag wurden weitere Warnstreiks angekündigt.

Die Gewerkschaft fordert von den Arbeitgebern einen Zeitplan zur Einführung der Arbeitszeitverkürzung. Die Unternehmerseite will dagegen erst ein neutrales Gremium wirtschaftliche Indikatoren bewerten lassen und Unterschiede zwischen Ost und West aufzeigen. Dazu gehören die Beschäftigungsquote, Produktivität und die Eigenkapitalausstattung. Erst wenn diese Unterschiede überwunden seien, könne es eine Arbeitszeitverkürzung geben, sagte Verhandlungsführer Roland Fischer.

Er bekräftigte die Bereitschaft der Arbeitgeber zu weiteren Gesprächen. "Beide Seiten haben die Tür nicht zugeschlagen", sagte Fischer. Er halte eine Arbeitszeitverkürzung derzeit wirtschaftlich für nicht vertretbar und hoffe, dass es nicht zu einem Streik kommt. "Es gibt Situationen, in denen man schlicht und ergreifend auch einen Streik akzeptieren sollte, wenn man weiß, dass man damit seiner gesamtwirtschaftlichen Verantwortung gerecht wird."

Fischer nannte die geltende 38-Stunden-Woche einen Standortvorteil für Ostdeutschland. Eine Änderung würde aus seiner Sicht potenzielle Investoren abschrecken.

Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in den neuen Ländern erwarten laut Düvel eine zeitliche Perspektive. Er sieht auch eine hohe Streikbereitschaft. "Ansonsten würde ich nicht hier stehen und so etwas sagen".

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