Warnung für Norddeutschland
Chaos durch tückisches Blitzeis

Tückischer Eisregen hat am Montag in weiten Teilen Deutschlands über Stunden ein Verkehrschaos mit hunderten Unfällen verursacht. Mehrere Menschen starben auf spiegelglatten Straßen, es gab Dutzende Verletzte. Im morgendlichen Berufsverkehr waren besonders Niedersachsen und Bayern betroffen. Die Autobahnen A 2 und A 7 mussten wegen vieler Unfälle immer wieder abschnittsweise gesperrt werden.

HB/dpa HAMBURG. Im Tagesverlauf zog der Eisregen langsam Richtung Osten. Schnee und Eis legten auch den Verkehr in Österreich, Ungarn und Serbien in weiten Teilen lahm. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneuerte am Nachmittag seine Warnung vor extremer Glätte durch gefrierenden Regen oder Schnee in Teilen Niedersachsens, Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburgs. Eine Unwetterwarnung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hob der DWD jedoch auf. Das gefürchtete Blitzeis suchte am Nachmittag auch Brandenburg heim, die gefährliche Glätte sollte dort bis zum Dienstagmorgen anhalten.

In Bayern ließ milde Luft das Eis rasch schmelzen. Auf gefrorenem Boden bildete sich bei Niederschlägen blitzartig Glätte. Ein Tiefdruckgebiet hatte aus Südwesten milde Meeresluft ins bitterkalte Deutschland gebracht, während im Norden eiskalter Ostwind wehte. In den kommenden Tagen kann es nach der Vorhersage der Meteorologen noch zu gefährlicher Glätte, allerdings nicht zu Blitzeis kommen.

Bei Unfällen starben allein in Niedersachsen im Berufsverkehr drei Menschen. Eine 55-jährige Frau wurde getötet, nachdem auf der A 2 ein 37 Jahre alter Autofahrer auf spiegelglatter Straße eine Karambolage dreier Autos verursacht hatte. Ein 22 Jahre alter Autofahrer kam in Seelze und ein 29-Jähriger nahe Barsinghausen bei Hannover bei Glätteunfällen ums Leben. Die A 2 wurde bei Hannover in Richtung Berlin vier Stunden lang komplett gesperrt.

Die Notaufnahmen von Krankenhäusern waren vor allem in Niedersachsen voll, in vielen Schulen fiel der Unterricht aus. Fußgänger stürzten, Postboten stellten ihren Dienst nach ersten Schlitterpartien vorübergehend ein. Auch in Bremen herrschten chaotische Straßenverhältnisse. "Bei 50 Unfällen haben wir aufgehört zu zählen", sagte ein Polizeisprecher. Die Streudienste waren pausenlos im Einsatz.

Im oberbayerischen Fridolfing starben seit Sonntag ein 44 Jahre und ein 53 Jahre alter Autofahrer. Drei Menschen waren bei einem Verkehrsunfall am Sonntag im Allgäu aus noch unklarer Ursache tödlich verunglückt. In den östlichen Landesteilen von Nordrhein-Westfalen gab es mehr als 100, in Baden-Württemberg rund 50 Unfälle, jeweils meist mit Blechschäden. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen blieb es bei vereinzelten Blechschäden.

In Wien und weiten Teilen Österreichs brachte der erste Schnee des Jahres den Verkehr weitgehend zum Erliegen. Im Norden Ungarns und rund um die Hauptstadt Budapest kam es zu schweren Behinderungen. In Belgrad und anderen Teilen Serbiens wurden zahllose Menschen wegen Knochenbrüchen und andere Verletzungen in die Unfallkliniken gebracht, meldete der örtliche Sender B92.

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