Warnung vor Kluft zwischen Europa und der USA
Kirchentag: Schäuble und Scherf kritisieren US-Politik

Das Vorgehen der USA im Irak-Krieg haben Politiker und Menschenrechtler am Freitag auf dem Ökumenischen Kirchentag kritisiert. "Die USA sehen sich als große Nation und die anderen als lästige Fragesteller, das ist eine neue gefährliche Lage", sagte Bremens Bürgermeister Henning Scherf (SPD).

HB/dpa BERLIN. Auch der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion Wolfgang Schäuble meinte: "Die USA müssten schon in der Lage sein, die anderen zu überzeugen."

Das Recht des Stärkeren sei immer die schlechtere Lösung, führte Schäuble aus. Allerdings sei das Völkerrecht unzulänglich und müsse weiter entwickelt werden, denn es habe bislang all die entsetzlichen Kriege und Gräuel nicht verhindern können. Die Weltgemeinschaft müsse auch in der Lage sein einzugreifen, wenn ein Staat in seinem Inneren das Recht mit Füßen trete.

Der US-amerikanische Publizist Don Jordan verteidigte das Vorgehen seines Landes im Irak. "Es gibt manchmal Situation, wo man nicht auf einen Konsens warten kann." Die USA wüssten auch alleine "zwischen Gut und Böse zu unterscheiden", sagte Jordan unter den Pfiffen der rund 700 Zuhörer.

Alle Beteiligten warnten jedoch vor einer Vertiefung der Kluft zwischen Europa und der USA. Dazu müssten sich die Vereinigten Staaten jedoch stärker in internationale Organisationen einbinden lassen. "Die wirksamste Methode ist, wenn sie versuchen, die Rolle als Weltpolizist mit anderen zu teilen", sagte die frühere Schweizer Nationalratspräsidentin und Menschenrechtsexpertin Gret Haller.

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