Warnung vor Panikverkäufen
Aktieninstitut erwartet keine rasche Börsenerholung

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) rechnet mit keiner raschen Erholung an den Börsen. Bei durch politischen Ereignissen ausgelösten Krisen habe es in der Vergangenheit "einen langen Zeitraum" gedauert, bis die Kursstände vor dem Krisenbeginn wieder erreicht worden seien, erklärte das DAI am Mittwoch in Frankfurt am Main.

afp FRANKFURT/M. Die Aktienkurse waren nach den Terroranschlägen in den USA weltweit eingebrochen. Eine DAI-Untersuchung vergangener Entwicklungen ergab, dass politische Krisen die Börsenkurse "tendenziell nachhaltiger" als reine Finanzmarktkrisen wie der Börsencrash 1987 und die Asienkrise 1997 beeinflussten. Dies habe sich sowohl bei der Ölkrise Anfang der siebziger Jahre als auch bei der Golf-Krise von 1990 gezeigt. Der Nobelpreisträger Robert Mundell hält Aktien zu den aktuellen Preisen dagegen für den "besten Kauf".

Der DAI-Studie zufolge brauchte der Deutsche Aktienindex (DAX) rund drei Jahre, um die Kursveränderungen durch die erste Öl- oder durch die Golfkrise wieder aufzuholen. "In der gegenwärtigen Lage sollten gerade die privaten Anleger sorgfältig prüfen, ob sie Transaktionen an der Börse tätigen», erklärte DAI-Leiter Rüdiger von Rosen. Solange sich die politische Lage nicht kläre, könne niemand sagen, "wann die Tiefststände der Kurse erreicht sind". Rosen riet Anlegern vor allem, Panikverkäufe zu vermeiden. Der langfristige Charakter der Aktienanlage könne gerade in der aktuellen Marktverfassung nicht oft genug betont werden.

Der Aktienmarkt sei nach der Rede von US-Präsident George W. Bush gefallen, weil die Händler eine militärische Eskalation erwarteten, sagte Mundell dem Wirtschaftsmagazin "Focus Money". "Aber die Märkte haben überreagiert", betonte der Wirtschaftswissenschaftler. Er zeigte sich überzeugt, dass der Dollar "abgesehen von kurzfristigen Einbrüchen nach den Anschlägen" noch für lange Zeit die stärkste Währung bleiben werde.

Die DAI-Studie kann im Internet unter www.dai.de abgerufen werden.

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