Warnung vor simpler Denkweise
Issing: Kein Aktionismus der EZB nach Kriegsbeginn

EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hat Erwartungen zurückgewiesen, die Europäische Zentralbank (EZB) werde mit einer baldigen Zinssenkung auf den Beginn des Irak-Krieges reagieren. "Blinder Aktionismus könnte uns schaden", sagte Issing in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der "Welt am Sonntag".

Reuters FRANKFURT. "Hier und dort scheint die Vorstellung zu herrschen: Der Krieg beginnt - die Notenbank senkt die Zinsen. Vor einer derart simplen Denkweise kann ich nur warnen." Wenn erforderlich werde die EZB allerdings "entschlossen" handeln, bekräftigte Issing. "Sollte es plötzliche Liquiditätsengpässe geben, wird die Notenbank unverzüglich mit geeigneten Maßnahmen reagieren."

Eine Rezession in Europa sieht der EZB-Chefvolkswirt nicht. "Wir sind nicht am Rande der Rezession, aber in einer Phase ausgeprägt schwachen Wachstums. Wir erwarten jedoch nach wie vor, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2003 beschleunigt, vorausgesetzt natürlich, der Krieg ist nach relativ kurzer Dauer zu einem guten Ende gekommen."

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