Warnung vor Verstößen bei Ausschreibungen
Kartellamt droht der Bahn mit Ärger

Der Deutschen Bahn droht ein neuer Konflikt mit dem Bundeskartellamt. Der Präsident der Behörde, Ulf Böge, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe), sein Haus beobachte mit Sorge, dass sich die Bahn bei Ausschreibungen im Nahverkehr vermehrt mit anderen Anbietern zusammenschließe.

ap FRANKFURT. Bei einer Ausschreibung im Neckargebiet habe sich die Bahn mit drei kommunalen Verkehrsbetrieben zusammengetan. Eine solche Verbindung verstoße jedoch gegen das Kartellverbot, wenn auch ein Mitglied der Gemeinschaft das Geschäft allein betreiben könnte. Dies sei bei der DB Regio der Fall, argumentierte Böge. Wenn es bei dieser Konstellation bleibe, müsse die Bahn mit einem Kartellverfahren rechnen, warnte der Wettbewerbshüter den Angaben zufolge. Das habe das Amt dem Unternehmen auch mitgeteilt.

Eine Bahn-Sprecherin sagte, die Bahn nehme die Bedenken des Kartellamts ernst. Die hohen Kosten im Nahverkehr wolle das Unternehmen durch die angekündigten massiven Umstrukturierungen in den Griff bekommen. Man wolle dies nicht durch gemeinsame Angebote vernebeln. Die Zukunft des Nahverkehrs liege nach Einschätzung der Bahn aber in einem integrierten Konzept. Das bedeute, dass Fahrpläne von Regionalzügen sowie S- und Straßenbahnen besser aufeinander abgestimmt werden sollten. Aus diesem Grund strebe die Bahn die Kooperation mit den Städten an.

Die Deutsche Bahn bekommt zunehmend den Wettbewerb im Nahverkehr zu spüren und will deshalb in den nächsten fünf bis sieben Jahren dort bis zu 9 400 Arbeitsplätze abbauen. Derzeit hält DB Regio bundesweit im Schienenpersonennahverkehr einen Marktanteil von 92 %. In zehn Jahren erwarte das Unternehmen nach früheren Angaben einen Anteil von weniger als 90 %, aber deutlich mehr als 80 %. In Ausschreibungen könne die Bahn oft nicht mit den Konkurrenten mithalten, die günstigere Kostenstrukturen hätten, schrieb das Blatt weiter.

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