Warnung vor zu starker Kritik an der Riester-Reform
Spezialfonds werden nicht abgeschrieben

Der Spezialfonds für institutionelle Anleger wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle in Deutschland spielen - trotz möglichen Wegfalls einiger bilanztechnischer Vorteile. Darin waren sich Experten auf einer von Fondsverband BVI organisierten Informationsveranstaltung einig.

ina FRANKFURT/M. Darüber hinaus wurde vor ungerechtfertigter Skepsis gegenüber der Riester-Reform zur Altersvorsorge gewarnt.

"IAS wird die Spezialfonds kaum wie ein Damoklesschwert treffen", sagt Christian Schlenger, Geschäftsführer der Consultingfirma Alpha Portfolio Advisors. Der Wegfall von Vorteilen bedeute noch nicht die Verkehrung in einen Nachteil. Die Umstellung von HGB- auf IAS-Bilanzierung in einigen Jahren lässt die bisherige und vorteilhafte Bildung stiller Reserven nicht mehr zu.

Der BVI will das Thema Spezialfonds jetzt stärker "in die Öffentlichkeit rücken" wie BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip betonte. Der Verband legte in diesem TZUsammenhang das Handbuch "Spezialfonds aus Anlegersicht" vor.

Spezialfonds spielten immer eine große Rolle bei der externen Anlage von Altersvorsorgegeldern im Rahmen der betrieblichen Versorgung. Boy-Jürgen Andresen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, "sieht mit Sorge, dass die Riester-Rente im Moment klein geredet wird". Schließlich seien mehrere wichtige Dinge erreicht worden: "Etwa der Paradigmenwechsel vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren".

Die hohen Stornoquoten für private Riester-Verträge kommen für ihn nicht unvorbereitet. "Viele haben sehr früh und oft auch noch unzertifizierte Produkte erworben. Es ist ganz normal, wenn diese Kunden jetzt auf häufig günstigere betrieblichere Riester-Modelle umschwenken", urteilt der Vorsorgeexperte.

Der oft von Skeptikern der Reform bemühte Vergleich mit den USA und Großbritannien hinke oft. Betrieblich organisierte Vorsorgesparpläne wie die 401(k)-Programme in USA seien nicht immer vorteilhaft. Viele Arbeitnehmer bei Enron beispielsweise hätten in Aktien ihrer Firma für das Alter angespart und seien nach dem Bankrott doppelt getroffen. Außerdem sei dieses System mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%