Warten auf das Comeback: Deisler ist sicher: „Werde wieder der Alte“

Warten auf das Comeback
Deisler ist sicher: „Werde wieder der Alte“

Die Worte waren ungewohnt heftig, doch die Taten auf dem Platz lassen noch auf sich warten: Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler lässt den Zeitpunkt für sein neuerliches Comeback weiter offen und will sich keinesfalls unter Druck setzen lassen. Und auf Nachfragen reagiert er harsch.

HB/dpa MÜNCHEN. "Es haben wohl viele Leute vergessen, dass ich ein Jahr und fast acht Monate verletzt war. Jeder kann sich darauf verlassen, dass ich wieder der Alte werde", sagte Deisler am Dienstag bei einer Pressekonferenz nach dem Mannschaftstraining, an dem er nicht teilnahm.

Stattdessen absolvierte er Lauftraining. Noch immer plagen ihn nach seiner schweren Knieverletzung muskuläre Probleme. "Das ist eine ganz normale Sache nach einer so langen Verletzung", meinte Deisler. Zuletzt hatte er im Spiel der Bayern gegen Bochum (4:1) vor einem Monat einen Kurzeinsatz. In dieser Saison stand der von Hertha BSC nach München gewechselte Mittefeld-Akteur noch nie von Anfang an auf dem Platz. Nach seinem Comeback beim Pokalspiel gegen den 1. FC Köln (8:0) verhinderten die Muskelprobleme weitere längere Einsätze.

In der vergangenen Woche hatte Trainer Ottmar Hitzfeld die Schonzeit Deislers für beendet erklärt. "Wir können ihn nicht schonen und sagen, nächste Saison greift er an", machte Hitzfeld deutlich. Nun sei es Zeit anzugreifen, so der Trainer in Richtung Deisler.

Doch der lange Jahre als größtes Fußball-Talent Deutschlands gefeierte und zum Jugend-Idol stilisierte 23-Jährige will sich nicht drängen lassen. "Ich weiß nicht, wann. Ich weiß nur, dass ich wieder spielen werde", betonte er. Und: "Ich werde bald wieder da sein." Nur wann das sein wird, ließ er offen - und war sichtlich genervt von den Fragen der Journalisten: "Wenn mein Körper wieder soweit mitmacht, dann werden wir sehen. Aber ich will jetzt nicht die ganze Zeit rumdiskutieren." Er sei eben niemand, der "ständig etwas sagen muss. Was außerhalb des Platzes passiert, ist nur Show für mich".

Gesundheitlich gehe es ihm - bis auf die muskulären Probleme - wieder gut. "Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass mit dem Knie wieder alles in Ordnung ist", sagte Deisler. Fünf Knieoperationen hat der gebürtige Lörracher in seiner Fußball-Laufbahn schon hinter sich. Da ist die Angst vor weiteren Verletzungen auch für die Bayern - Verantwortlichen verständlich. Doch Deisler will sich nicht als ängstlichen Profi, der zu wenig Einsatz zeigt, kritisieren lassen: "Wer sagt, ich will nicht, der kennt Sebastian Deisler nicht."

Unterdessen plagen den FC Bayern weitere Personalprobleme. Von den Verletzten ist nur Jens Jeremies nach Aussage von Assistenztrainer Michael Henke für das Spiel gegen Borussia Dortmund am Samstag wieder fit. Mit Michael Ballack, Owen Hargreaves, Mehmet Scholl, Roque Santa Cruz, Hasan Salihamidzic und Alexander Zickler fehlen dem Tabellenführer der Bundesliga immer noch viele Leistungsträger. Zudem leidet Stürmer Claudio Pizarro in dieser Woche an einer Magen-Darm- Infektion. Er musste das Training am Dienstag vorzeitig abbrechen.

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