Warten auf „Delfin“-Debüt
McLaren-Mercedes fährt die Zeit davon

Der härteste Gegner von McLaren-Mercedes ist die Zeit - und die droht dem britisch-deutschen Formel-1-Team im Kampf um die Weltmeisterschaft 2003 davonzufahren.

HB/dpa NÜRBURGRING. Auch beim Großen Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) wird das Modell MP4-18, mit dem die Silberpfeile endlich Ferrari abhängen wollen, nicht zum Einsatz kommen. Zwei heftige Unfälle bei Probefahrten und ein nicht bestandener Crash-Test haben die Entwicklung verzögert. "Das hat uns sicherlich nicht weitergeholfen", gesteht Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Das ist aber kein Zusammenbruch."

Der 50-Jährige bemüht sich, Gelassenheit zu demonstrieren. "Wir wollten nicht nur ein spätes Auto für 2003, sondern auch ein frühes für 2004 haben. Wir haben eine Basis für das neue Jahr, und das wird sich auszahlen", wiederholte er. "Das ist ein ambitioniertes Programm." Die Unfälle von Alexander Wurz und Kimi Räikkönen seien auf Fahrfehler zurückzuführen, und McLaren-Mercedes sei nicht das erste Team, das einen offiziellen Crash-Test nicht auf Anhieb bestanden hat, sagte Haug. Auch dem Rivalen Ferrari ist ähnliches schon passiert.

Auf ein Premiere-Datum will er sich nicht festlegen lassen. "Wir müssen auf den Punktestand gucken und dürfen keine Risiken gehen", meinte der Mercedes-Mann. Das neue Auto muss erst seine Rennreife beweisen, hat auch McLaren-Chef Ron Dennis stets betont.

Vielleicht ist das Debüt am 20. Juli

Und so werden die beiden Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen und David Coulthard beim Mercedes-Heimrennen und beim Grand Prix von Frankreich eine Woche später in Magny-Cours wieder im stark modifizierten Vorjahresmodell fahren. Vielleicht kommt es zum Debüt beim Rennen in Silverstone am 20. Juli. Das hänge vom Verlauf der Tests in Barcelona ab, die für die Woche nach dem WM-Rennen in Magny- Cours angesetzt sind.

Es darf keine Rückschläge mehr geben. Vom 21. Juli bis 1. September ist es den Formel-1-Rennställen verboten zu testen. So könnte die Premiere des "silbernen Delfins", wie der MP4-18 von den Medien bereits getauft wurde, erst in den letzten drei Rennen der Saison in Monza, Indianapolis und Suzuka fahren. Möglicherweise ist es dann zu spät, um Ferrari und Michael Schumacher die Titel für 2003 noch abzujagen. Die Italiener und der fünfmalige Weltmeister fahren seit dem Rennen in Barcelona Anfang Mai mit dem neuen F2003-GA, entwickeln ihn ständig weiter und könnten ihren Vorsprung ausbauen.

Noch ist eine gute Ausgangsposition vorhanden

Noch hat McLaren-Mercedes eine gute Ausgangsposition vor dem Start in die zweite Saisonhälfte. Nach acht von 16 Rennen liegt Kimi Räikkönen nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Michael Schumacher, in der Teamwertung rangieren die Silbernen mit neun Zählern Rückstand ebenfalls auf Platz zwei hinter Ferrari. "Wir können damit zufrieden sein", sagt Haug. "Es ist uns gelungen, dem MP4-17 noch einiges beizubringen. Wir haben damit nicht gerechnet, immer wieder um Platz eins oder zwei mitfahren zu können."

Räikkönen glaubt zwar, "dass das alte Auto noch nicht am Limit ist". Doch auch der Finne möchte lieber heute als morgen mit dem neuen Wagen fahren: "Das Auto ist ein Schritt nach vorn. Wie weit wird man noch sehen."

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