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Warten auf den Aufschwung

2001 war für die Hightech-Branche ein Katastrophenjahr. Chiphersteller, Telekomausrüster und Handyhersteller erlebten einen in dieser Heftigkeit bis dahin nie gekannten Einbruch. 2002 kann nur besser werden. Die Frage ist nur, wann der Aufschwung kommt.

In der Chipbranche sind die Anzeichen für eine Erholung am deutlichsten. Samsung, Weltmarktführer für Speicherchips und der notleidende koreanische Rivale Hynix haben stolz bekannt gegeben, das sie die Preise für ihre Speicherchips um rund 30 Prozent anheben konnten. Auch Infineon spricht über höhere Preise, wenngleich nicht so deutlich. Zwar liegen noch bei allen Herstellern die Chippreise deutlich unter den Herstellkosten, doch ist immerhin eine Trendumkehr spürbar.

Nicht so gut sieht es für die Telekom-Branche aus. Die Netzausrüster stellen sich auf ein weiteres hartes Jahr ein. Die Netzgesellschaften haben ihre Investitionsbudgets weiter eingefroren. Die bestehenden GSM-Mobilfunknetze werden, wenn überhaupt, nur sehr zögernd ausgebaut, obwohl einige Betreiber bereits an Kapazitätsgrenzen stoßen. Der Aufbau des UMTS-Netzes läuft gerade an. Viele Betreiber sind hier noch in der Testphase. Erst für Ende 2002 rechnen die Marktforscher mit der Auslieferung großer Mengen an Netzausrüstung für UMTS. Erst dann macht sich dies bei den Ausrüstern in nennenswerten Umsätzen bemerkbar.

Bei einigen auch erst beim kommerziellen Start der UMTS-Netze, denn wegen des harten Wettbewerbs haben die Ausrüster den Auftraggebern großzügige Konditionen eingeräumt, um die Aufträge zu erhalten. Nokia zum Beispiel erwartet für die Branche hohe Umsätze aus UMTS erst für 2005. Etwa besser sieht es für den Handymarkt aus. Marktforscher wie UBS Warburg erwarten für 2002 einen Weltmarkt von 450 Millionen verkaufter Mobiltelefone gegenüber 390 Millionen im vergangen Jahr.

Es geht also wieder aufwärts, wenn auch längst nicht mit den Raten des Boomjahres 2000. Da die meisten Nutzer zumindest in Europa bereits ein Handy besitzen, wird das Ersatzgeschäft immer wichtiger. Auch hier wird es noch mehrere Jahre dauern, bis bedeutende Umsätze mit UMTS gemacht werden, noch existieren diese Handys erst in den Labors.

GPRS als Zwischenschritt hat die Erwartungen noch nicht erfüllt. Zwar haben inzwischen alle großen Anbieter GPRS-Handys auf dem Markt, doch die Konsumenten wurden bisher noch nicht von den schnellen Daten-Handys überzeugt. Es fehlen noch die überzeugenden Anwendungen und die Gebühren sind noch zu hoch für ein Massengeschäft. Zwar haben alle Hersteller ihre Kapazitäten auf das geringere Niveau angepasst, doch bis auf Nokia sind alle von guten Gewinnen noch weit entfernt.

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