Warten auf die EZB
Europas Börsen richtungslos

Mangels marktbewegender Unternehmensnachrichten und vor der Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten haben sich die europäischen Börsen am Dienstag nach Händlerangaben richtungs- und impulslos präsentiert. Der Handel sei besonders in Erwartung der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag gelähmt, da die Anleger sich davor nicht übermäßig engagieren wollten, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Die meisten Analysten rechneten mit einer Leitzinssenkung, dennoch seien Überraschungen nicht ausgeschlossen. Ebenfalls von Bedeutung sei der für Nachmittag erwartete Index des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board zum US-Verbrauchervertrauen im August. Das Stimmungsbarometer gilt als wichtiger Hinweis dafür, ob die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittert oder sich wieder erholt.

Europäische Telekommunikationswerte legten mehrheitlich zu, auch Auto- und Chemietitel verbuchten überwiegend Kursgewinne. Etwas schwächer präsentierten sich im Schnitt Technologieaktien.

Die Wall Street hatte am Montag schwächer geschlossen. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index hatte den Handel mit einem Minus von 0,23 % auf 1 912,41 Punkte beendet. Der Dow-Jones-Index hatte um 0,39 % tiefer auf 10 382,35 Punkten geschlossen.

Am Dienstagmittag (MESZ) deuteten die US-Futures ebenfalls auf einen schwächeren Handelsverlauf in New York hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Mittag um 0,03 % tiefer bei 3 744 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) lag um 0,01 % höher bei 3 892 Punkten.

Londoner Börse nach Feiertag ohne Biss

Nach dem langen Wochenende haben die Aktien in London durchschnittlich im Minus tendiert. Der FTSE-Index verlor im Verlauf 0,3 % auf 5 457 Punkte. "Es gibt eine kleine Konsolidierung der Gewinne vom Ende der vergangenen Woche und nichts Richtiges, in das man die Zähne schlagen könnte", sagte ein Händler. Jeder jammere über das schwunglose Geschäft und halte Ausschau nach einem Katalysator, um den Markt in eine Richtung zu treiben, hieß es. Bei den Einzelwerten lagen Woolworth-Titel nach ihrem Debüt von 25 Pence im Verlauf bei 31 Pence. Der Einzelhändler war von Kingfisher in den achtziger Jahren übernommen worden und wird durch den Börsengang nun wieder ausgegliedert. Ins Auge stachen die Titel des Software-Unternehmens GMC, die 6,6 % auf 225 Pence nachgaben. Der Markt rechne bei den für Mittwoch erwarteten Halbjahreszahlen mit einem schlechten Ausblick des Unternehmens, sagten Händler.

Zürich - Roche im Minus

Bei ruhigem Handel hat der SMI-Index an der Züricher Börse im Minus notiert. Das Börsenbarometer verbuchte einen Abschlag von 0,6 % auf 6 717 Zähler. Aufmerksamkeit zögen die Titel von Roche auf sich, sagten Händler. Grund dafür seien Informationen aus Branchenkreisen, dass Roche am Pharmabereich von Bayer interessiert sei. Roche -Titel notierten zwei Prozent tiefer auf 122 Franken, nachdem sich am Markt bislang keine einhellige Meinung zu diesen Neuigkeiten herauskristallisiert habe. Der in diesem Zusammenhang genannte Übernahmepreis von 20 Mrd. $ erschiene manchen nach dem Lipobay-Rückruf als zu hoch, während andere Marktteilnehmer sagten, Bayer könne durchaus mehr an der Transaktion verdienen.

Paris - AC-Index orientierungslos

Orientierungslos pendelte der CAC40-Index an der Pariser Börse nahezu auf seinen Vortagesschluss um die 4 906 Punkte. Nach Einschätzung von Händlern wird der Handel auch im Verlauf schwankungsanfällig bleiben. Beflügelt von anfänglichen Kursgewinnen der Deutschen Telekom verbuchten France Telecom zeitweise ein Plus von einem Prozent, im Verlauf schwächten sich die Gewinne allerdings auf ein Plus von 0,2 % bei 40 Euro ab. Die Aktien des Medienkonzerns Vivendi Universal legten nach dem Kaufangebot des britischen Investmentfonds Cinven für die Vivendi-Magazinsparte um 1,5 % auf 63,35 Euro zu. "Nach Berichten in der Presse, dass Vivendi die Sparte nicht loskriegt, gab es eine große Verunsicherung im Markt, die sich nun wieder auflöst", sagte ein Händler.

Geringe Umsätze am Mailänder Aktienmarkt

Bei sehr geringen Umsätzen hat die Mailänder Börse im Verlauf nahezu unverändert tendiert. Der Mib30-Index fiel um 0,06 % auf 35 757 Punkte. Die Anleger reagierten vor den erwarteten marktbewegenden Ereignissen dieser Woche verhalten und risikoscheu, sagten Händler. Einziger Lichtblick seien die Aktien von Alitalia , die zeitweise um drei Prozent stiegen. Die regionale Fluglinie Alpi Eagles hatte zuvor Interesse an einer "signifikanten" Beteiligung an Alitalia bekundet.

Börse in Madrid ohne Richtung

Unentschlossen zeigten sich Anleger bei den spanischen Aktienwerten. Der Ibex-Index legte um 0,02 % auf 8517 Punkte zu. Händlern zufolge sorgten Telefonica erneut dafür, dass der Index überhaupt im positiven Bereich tendiere. Telefonica-Papiere legten um 0,7 % auf 13,40 Euro zu. Auf lange Sicht hilft dem Markt nach Angaben von Händlern jedoch nicht der konjunkturelle Ausblick. "Die Schlüsselrolle für einen Stimmungswechsel wäre ein Signal, dass die Erwartungen für die Unternehmensergebnisse sich verbessern", hieß es am Markt.

Amsterdam - AEX-Index schwächer

Kursverluste im Technologiesektor haben den AEX-Index an der Amsterdamer Börse um 0,15 % auf 541 Punkte nachgeben lassen. Händler führten die Schwäche größtenteils auf die Nachrichten von Toshiba zurück. Der japanische Konzern hatte am Montag mitgeteilt, Milliardenverluste zu erwarten und will seine Produktionskapazitäten drastisch zurückfahren. "Die Investoren ziehen Parallelen, wenn es einem Unternehmen nicht gut geht, könnte es auch andere mit nach unten ziehen", sagte ein Händler. Dennoch seien die Verluste limitiert, da der US-Chip-Index sich über Nacht stabil gezeigt hätte. Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns Numico bauten Verluste vom Vortag aus und fielen um 1,9 % auf 38,07 Euro.

Wien - ATX unverändert

Der Wiener Aktienmarkt hat sich nahezu unverändert präsentiert. Der ATX notierte 0,08 % höher auf 1202 Punkten. Als "Highlight" bezeichneten Händler die Aktien von Wienerberger , die sich trotz eines Ergebniseinbruches im ersten Halbjahr im Plus hielten. Die Titel notierten gegen Mittag um 0,22 % höher bei 18,24 Euro. Telekom Austria gaben bei Gewinnmitnahmen um 0,3 % auf 7,30 Euro nach.

Brüssel - Fortis mit Kursgewinnen

Die Börse in Brüssel zehrte Händlern zufolge weiterhin ein wenig von den besser als erwartet ausgefallenen Halbjahreszahlen des Marktschwergewichts Fortis. Der Bel20-Index lag mit 0,1 % im Plus bei 2901 Punkten. Die Papiere der Finanzgruppe Fortis kletterten um rund zwei Prozent auf 30,71 Euro und zogen den Gesamtmarkt aus dem Minus.

Stockholm - OMX-Index im Minus

Der OMX-Index an der Stockholmer Börse hat schwächer tendiert und lag gegen Mittag mit 0,12 % im Minus bei 835 Zählern. Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson hatte mitgeteilt, das bereits seit Monaten angekündigte Verschmelzen seines Mobilfunkbereiches mit der japanischen Sony unter Dach und Fach gebracht zu haben. Der Ericsson -Kurs verlor eine Schwedische Krone (skr) auf 56,50 skr. Nokia -Aktien notierten um zwei skr tiefer bei 178 skr.

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