Warten auf die Quartalszahlen von Daimler-Chrysler
Dax zeigt sich weiter freundlich

Das Kursbarometer legte um 1,25 % auf 6 830,80 Punkte zu - trotz schlechter US-Vorgaben und schwachem Euro

Reuters FRANKFURT. Trotz schlechter US-Vorgaben und eines schwachen Euro hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) am Donnerstag mit fester Tendenz präsentiert. Das Kursbarometer legte um 1,25 % auf 6 830,80 Punkte zu. Angesichts der schwachen Vorgaben der US-Börsen vom Mittwoch und des Allzeittiefs des Euro am Vormittag zeigten sich Händler über den festen Markt überrascht. Der Anstieg zeige jedoch, dass Liquidität vorhanden sei, sagte ein Händler.

In den USA hatten am Mittwoch die Titel von Telekomausrüstern nach enttäuschenden Umsatzzahlen von Nortel die Technologiewerte der Nasdaq zu einem deutlich tieferen Tagesschluss geführt. Der Index hatte 5,56 % auf 3 229,57 Zähler eingebüßt. Der 30 führende US-Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index hatte um 0,64 % tiefer bei 10 326,48 Zählern geschlossen. Vor der Präsidentenwahl in den USA am 7. November sei mit keiner Intervention der großen Notenbanken zu rechnen, sagte ein Händler. Daher rechne er in der kommenden Woche mit einem weiterhin schwächelnden Euro.

Vor diesem Hintergrund "traue ich dem Dax nicht über den Weg", sagte er. Die Gemeinschaftswährung war am Vormittag auf ein neues Rekordtief von 0,8234 $ gefallen. Gegen 12.00 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,8294/97 $.

Ein Börsianer wies auf die positiven Futures hin, die auf eine freundliche Eröffnung der US-Börsen deuteten. Dies könnte die Stimmung am deutschen Markt beeinflussen. Ein anderer Händler sagte jedoch, dass die Futures erst rund eine Stunde vor Handelsbeginn in den USA aussagekräftig und interessant würden. Der S&P-Future lag mit zehn Punkten im Plus, der Nasdaq-Future mit 56,5 Zählern.

Zudem warte der Markt auf die Veröffentlichung der Daten zur Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, die um 14.30 MESZ veröffentlicht werden, und auf die Quartalszahlen von Daimler-Chrysler am Mittag. Erst nach der Veröffentlichung dieser Daten zeige sich in welche Richtung der Markt in der kommenden Woche ginge, hieß es.

Daimler-Chrysler legten im Vormittagsgeschäft um 1,64 % auf 53,43 Euro zu. Analysten erwarten wegen der Verluste der US-Tochter Chrysler einen Einbruch des Betriebsergebnisses bei dem Autokonzern.

Zu den Gewinnern am Markt gehörte auch die Deutsche Telekom. Die T-Aktie verteuerte sich um 4,84 % auf 43,35 Euro. RWE und Karstadt Quelle - verbuchten Kursgewinne von über zwei Prozent auf 46 Euro beziehungsweise 38,40 Euro. Der Anstieg bei Karstadt Quelle - könnte die erste Reaktion auf positive Analystenmeinungen zum geplanten Konzernumbau sein, sagte ein Händler.

Größter prozentualer Verlierer war mit einem Minus von knapp zwei Prozent die Hypo-Vereinsbank Die Bank hatte am Morgen Zahlen zum Quartal bekannt gegeben, die vom Markt nicht so gut aufgenommen würden, sagten Händler. Im dritten Quartal betrage der Vorsteuergewinn 280 (78) Mill. Euro, teilte die Bank mit. Damit lag das Ergebnis unter den Erwartungen von Analysten, die im Durschnitt mit einem Quartalsgewinn von 322 Mill. Euro gerechnet hatten.

Die MDax-Werte tendierten knapp behauptet. Der Index der Nebenwerte notierte um 0,06 % tiefer auf 4 850,04 Punkten.

Auch der Neue Markt zeigte sich ebenfalls trotz des schlechteren Umfeldes fester. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share legte um 1,42 % auf 4 374,90 Punkte zu. Der Index der Blue-Chips am Wachstumswertesegment Nemax-50 verbuchte ein Plus von rund zwei Prozent auf 4 702,56 Zähler.



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