Warten auf Geschäftszahlen
Deutsche Aktien im Aufwind

Die deutschen Blue Chips haben sich am Dienstag im Sog von Kursgewinnen bei der Lufthansa und den Technologiewerten SAP und Infineon fester präsentiert. Händler äußerten sich trotz der anhaltenden Unsicherheit am Markt wegen der Milzbrand-Fälle in den Vereinigten Staaten optimistisch für die weitere Entwicklung.

Reuters FRANKFURT. "Die Fälle in den USA sind vereinzelt, von einem massiven Anschlag kann gar nicht gesprochen werden, von daher wird das den Markt zunächst nicht sehr beeinflussen", sagte ein Händler.

Ein Aktienstratege verwies auf die fundamentale Situation an den Märkten, die gegenwärtig positiv zu beurteilen sei. Sowohl die Geld- als auch Fiskalpolitik in den USA und Deutschland lieferten positive Impulse. Auch seien die Gewinnerwartungen der Firmen in der Vergangenheit so tief gefallen, dass das Einhalten von Prognosen künftig eher realistisch erscheine.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung sagten Händler, der Markt warte mit Spannung auf die Veröffentlichung von Quartalszahlen von unter anderem IBM und Intel.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) zog bis zum Mittag um 1,7 Prozent auf 4 624 Punkte an, am Neuen Markt kletterte der Nemax-50-Index um rund fünf Prozent auf 962 Zähler.

Ein Händler sagte, die deutschen Aktienmärkte zeichneten verspätet die Erholungsbewegung der US-Börsen seit Freitagabend nach. "Nach dem Milzbrand-Fall am Freitagabend sind wir hier eingebrochen, haben aber seitdem die schnelle Erholung der US-Aktienmärkte nicht richtig mitgemacht. Das sehen wir heute." Die US-Börsen hatten am Montag den Handel uneinheitlich beendet. Der Dow-Jones-Index hatte 0,04 Prozent höher geschlossen, während der Nasdaq-Index um 0,42 tiefer den Handel beendete. In Fernost hatten die Börsen am Dienstag mit Kursgewinnen geschlossen. Die für den Auftakt an den US-Börsen maßgeblichen Terminkontrakte deuteten für den Handel am Dienstag auf einen freundlichen Start hin.

Im Dax gehörten die Titel der Lufthansa zu den größten Gewinnern mit einem Plus von mehr als 3,6 Prozent auf 11,66 Euro. Händler sprachen insgesamt von einer technischen Korrektur nach späten Kursverlusten am Montag. Grundsätzlich sei die Branche allerdings noch angeschlagen. Zur Verunsicherung hätten im späten Handel am Montag anscheinend die Diskussion um die Einführung einer Vier-Tage-Woche und das Einfordern einer Kompensation von der Bundesregierung für den finanziellen Ausfall nach den Anschlägen in den USA beigetragen, hieß es.

Zu den weiteren Gewinnern zählten die Titel des Softwareherstellers SAP mit einem Plus von rund drei Prozent auf 132,74 Euro. Händler verwiesen auf die für Donnerstag anstehende Veröffentlichung von Quartalszahlen des Unternehmens. Im Mittelpunkt des Interesses dürfte der Geschäftsausblick des Konzerns stehen. Die Zahlen zum dritten Quartal dürften nach Einschätzung vieler Börsianer im Rahmen der Erwartungen am Markt ausfallen, zumindest nicht erheblich darunter. Zudem wirke sich positiv aus, dass das US-Softwareunternehmen Commerce One, an dem SAP beteiligt ist, am Vorabend einen Stellenabbau um fast die Hälfte seiner Belegschaft angekündigt hatte.

Daneben kletterten die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon um rund 4,5 Prozent auf 16,33 Euro, was Händler auf ein gestiegenes Auftragsvolumen für Computerchips beim niederländischen Konkurrenten Philips zurückführten.

Im MDax für die Nebenwerte zogen die Aktien des Technologiekonzerns Dürr das Interesse der Anleger auf sich. Die Titel führten die Liste der Gewinner mit einem Plus von mehr als sieben Prozent auf 23 Euro an. Am Vormittag hatte das Unternehmen mitgeteilt, mehrere Großaufträge im Gesamtvolumen von 113 Millionen Euro aus China erhalten zu haben.

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