Warten auf Greenspan
Nasdaq-Index ringt um 2100 Punkte-Marke

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte lag eine Stunde nach Handelsbeginn fast unverändert bei 10870 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index legt um ein Prozent auf 2100 Punkte zu. Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hielten sich die meisten Anleger mit Engagements weitgehend zurück, sagten Händler. Die Marktteilnehmer rechneten allgemein damit, dass die Fed gegen 20.15 Uhr (MEZ) eine Zinssenkung um 50 Basispunkte bekannt geben werde.

Wird Alan Greenspan die US-Leitzinsen heute zum fünften Mal in diesem Jahr senken? Die Vorstellung ist verlockend, doch die Kursrally ist nicht garantiert. Zu viele Faktoren könnten das Aufatmen der Börsen ersticken.

Nicht nur die bevorstehende Ertragswarnungssaison dürfte den möglichen Aufschwung stoppen. Auch der Aktienmarkt bietet zurzeit nicht die besten Voraussetzungen für Kursgewinne. Nachdem Brokerhaus Lehman Brothers bereits gestern den Aktienanteil im globalen Modellportfolio um zehn Prozent reduzierte, tun es ihm die Kollegen von Prudential Securities heute gleich. "Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der Aktienmarkt bis zum Ende des Sommers einen Seitwärtstrend einschlagen wird oder erneut schwächer tendiert", meint Prudential Securities Analyst Greg Smith. Gemessen an den Renditen der 10-jährigen Anleihen, die bei 5,5 Prozent liegen, erscheint der Aktienmarkt eher teuer. Zudem könne man davon ausgehen, dass die Unternehmensergebnisse des zweiten Quartals noch schlechter ausfallen werden als die Ergebnisse des ersten Quartals. Im Bestfall dürfte das fundamentale Umfeld für Corporate Amerika erst im vierten Quartal eine Erholung erleben. Auf anhaltende Hilfe der US-Notenbank sei nicht mehr zu bauen.

Ein großer Tag ist es auch heute für den Einzelhandelssektor. Sowohl Wal-Mart als auch Home Depot meldeten bereits vor Handelsbeginn Quartalsdaten. Abercrombie & Fitch und JC Penney werden im Laufe des Tages melden. Wal-Mart , der weltgrößte Einzelhandelskonzern, steigerte den Gewinn im ersten Quartal um vier Prozent auf 31 Cents pro Aktie und konnte die Erwartungen der Analysten erfüllen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent. Die Unternehmensleitung kündigte an, das laufende Aktienrückkaufprogramm auszubauen. Insgesamt sollen Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar zurückgekauft werden. Die Anleger zeigen sich von den Ergebnissen jedoch wenig begeistert. Die Aktie steht auf der Verlierliste der Dow Jones-Werte. Auf einem der Siegerränge rangiert dagegen Home Depot. Die weltgrößte Baumarktkette kann sich über unerwartet gute Ergebnisse freuen. Mit einem Gewinn von 27 Cents pro Aktie schlägt das Unternehmen die Erwartungen des Marktes um zwei Cents. Das Management hat im Zuge der Quartalsergebnisse die Prognosen für das zweite Quartal erneut bestätigt. Die Gewinnschätzungen von 37 Cents pro Aktie seien realistisch.

Spannende Nachrichten gibt es bei AOL Time Warner und Sony . Beide Unternehmen wollen künftig zusammenarbeiten. Der Internet- und Medienkonzern plant den Angriff auf Microsoft . Der AOL Service soll mit der Spielkonsole von Sony, PlayStation 2, verbunden werden. So werden die Computerspiele mit Mail-Funktionen ausgerüstet. Die beiden Unternehmen befinden sich jedoch noch in der Experimenttierphase. An weiteren Kombinationen werde gearbeitet, so Sonys US-Präsident Kaz Hirai. Das PlayStation - e-Mail Angebot soll ab nächstem Jahr starten. Microsoft plant, im November 2001 eine eigene Spielkonsole, die xbox auf den Markt zu bringen.

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